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Einsprachen gegen Betriebsreglement für Hochwasserstollen

Zehn Einsprachen und ein neues Reguliersystem: Dies sind die Gründe, weshalb das Betriebsreglement für den Hochwasser-Entlastungsstollen in Thun neu aufgelegt wird. Der Regierungsrat hat dafür 2,6 Millionen bewilligt.

Das Auslaufbauwerk im Schwäbis: Das Reglement für den Betrieb des Stollens wird ein zweites Mal aufgelegt.
Das Auslaufbauwerk im Schwäbis: Das Reglement für den Betrieb des Stollens wird ein zweites Mal aufgelegt.
Archiv TT/Hubacher

Als im Mai das neue Betriebsreglement für den Hochwasser-Entlastungsstollen zur Genehmigung aufgelegt wurde, hatten zehn Parteien dagegen eingesprochen. Neun Einsprecher wehrten sich gegen eine permanente Absenkung des Thunersees in den Sommermonaten um zehn Zentimeter – zum Teil aus naturschützerischen und zum Teil aus wirtschaftlichen Gründen. Zu den Einsprechern gehörten Naturschutzverbände, die vor allem die Flachmoore Gwattlischenmoos und Weissenau gefährdet sehen, und die BLS-Schifffahrt. Letztere wollte geprüft haben, wie sich eine Seeabsenkung respektive die Stollenöffnung auf die Bedienung der Schiffe im Schiffskanal auswirkt (wir berichteten). Ein Einsprecher forderte gar eine noch grössere Senkung. In der Zwischenzeit sind keine Einspracheverhandlungen geführt worden, sondern die Eingaben überprüft und zum Teil in die weiteren Planungen miteinbezogen worden. «Deshalb», teilt Heinz Habegger, Vorsteher des kantonales Amtes für Wasser und Abfall (AWA), auf Anfrage mit, «wurde das Betriebsreglement für den Stollen überarbeitet. Ende September oder Anfang Oktober soll es neu aufgelegt werden.» Wieder neue Einsprachen?Zu den erfolgten Anpassungen und ob nun der See in den Sommermonaten permanent abgesenkt werden soll oder nicht, wollte und konnte sich Heinz Habegger wegen des laufenden Verfahrens nicht äussern. «Die nun vorliegende Variante befindet sich zurzeit noch zur Beurteilung bei den kantonalen Fachstellen wie zum Beispiel im Fischerei- und im Naturschutzinspektorat», sagt er. Während der neuen Auflage können wieder Einsprachen eingereicht werden. «Sie werden danach in Einspracheverhandlungen diskutiert», ergänzt der AWA-Vorsteher. Das Ziel sei weiterhin, bis Ende Jahr über ein gültiges Betriebsreglement für den neuen Stollen zu verfügen. «Bis dahin gilt das bisherige Reglement, welches auf Grund des Ausnahmeartikels den Betrieb gewährleistet», sagt Habegger. Zusätzlich 2,6 MillionenDer Regierungsrat des Kantons Bern hat einen Kredit von rund 2,6 Millionen Franken für die Inbetriebnahme des Reguliersystems des neuen Hochwasser-Entlastungsstollens genehmigt, wie gestern mitgeteilt wurde. «Das neue beziehungsweise erweiterte System wird auch auf die regenbedingten Hochwasser wie in den Jahren 2005 und 2007 viel besser reagieren können», erklärt Heinz Habegger. Wenn innert kürzester Zeit massive Niederschläge erfolgen, müsse das System anders reagieren als bei einem Schneehochwasser wie 1999. In den zusätzlichen 2,6 Millionen Franken für den Hochwasserschutz und die Sicherheit sind laut dem AWA-Vorsteher auch alle nötigen Abklärungen enthalten. In diesem Betrag sind unter anderem die Überarbeitung des Umweltverträglichkeitsberichts, neue Software für die Steuerung, zusätzliche Messstationen und das Alarmierungskonzept wie auch die juristische Begleitung enthalten. «Wir hoffen, dass die neue Variante des Betriebsreglementes auf ein positives Echo stösst», sagt Heinz Habegger. «Dieses moderne Regulierungssystem ist das erste und einzige in dieser Form in der Schweiz.»

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