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Ein besonderes Spektakel auf und vor der Leinwand

Zwei junge Filmemacher aus Guttannen zeigen ihre Freeski-Kollegen in Action. Die Bilder aus der Region über dem Brienzersee wurden am Stockhorn Open Air gezeigt. Die Akteure stellten sich auch kritischen Fragen.

Open Air Kino am Stockhorn: Blick von der Leinwand auf die Zuschauer vor den Iglus (links) und den Verpflegungsständen.
Open Air Kino am Stockhorn: Blick von der Leinwand auf die Zuschauer vor den Iglus (links) und den Verpflegungsständen.
Markus Hubacher

«Hörbare Stille – der Name dieses von Raphael Schläppi und Menk Rufibach realisierten Freeski-Films ist bei uns Programm.» So begrüsste Renato Merz das Publikum zum Open Air Kino am Stockhorn. Seine basecamp Interlaken GmbH bietet in der Igloo Erlebniswelt beim Hinterstockensee auf 1600 Meter über Meer Events in Schnee und Eis an.

Susanne und Peter Vitali aus Thun sind schon etwas älteren Jahrgangs. Sie hatten das Arrangement von der «Jungmannschaft» als Weihnachtsgeschenk erhalten. Bei der Mittelstation Chrindi entstiegen sie der Kabine der Stockhornbahn mit etwas gemischten Gefühlen: Es herrschte leichtes Schneetreiben und Bise. «Die spezielle, nächtliche Atmosphäre nahm mich dann aber sofort gefangen», erklärte Susanne Vitali. «Die kurze Wanderung über den vom Pistenfahrzeug präparierten Weg wirkte auf mich sehr poetisch. Bis zum zugefrorenen See hinunter war er mit Fackeln beleuchtet und die verschneiten Tannen schienen zu strahlen.» Der Ort des Geschehens wirkte wie eine grosse Arena, und wenn von irgendwo ab den weissen Hängen rundum Wolfsgeheul erklungen wäre – es hätte wunderbar gepasst

Heisses in eisiger Kälte

Das Publikum erhielt warme Getränke verabreicht und danach war Abendessen angesagt. Das Wetter hatte sich beruhigt und bei minus 9 Grad gabs ab den im Freien aufgebauten Ständen heisse Suppe, Hirschfleisch, Spiessli vom Grill, Risotto und «Chäsbrätel». Die Geburtstag feiernde Vreni Bühler meinte: «Heuer gefällt es mir noch besser als im letzten Jahr. Damals ist bei minus 20 Grad sogar der Sekt im Glas gefroren…»

Aber auch diesmal genossen viele der rund 120 Anwesenden die angenehme Temperatur in den Iglus. «Diese sind viel grösser als ich erwartet hatte und mit Schaffellen sowie vereisten Rosen liebevoll ausgestattet», schwärmte Susanne Vitali.

Coole Sprünge im Film

In Felle und Wolldecken eingehüllt genoss das Publikum schliesslich den Film der jungen Oberländer. «Wir geniessen im Schnee Freiheit, Natur und Spektakel», erklärte der Meiringer Nils Lauper (26) ab der auf dem gefrorenen See aufgebauten Leinwand. «Freeski-Events werden heute teilweise sogar in grossen Städten geboten. Wenn es die Jugend fasziniert, wird ihnen bewusst, wie spektakulär Sport sein kann. Und vielleicht entdecken sie die Natur neu.»

Der Film «audible silence» zeigt, was Nils Lauper und seine Kollegen drauf haben. Mit ihren waghalsigen Sprüngen und wilden Fahrten in der Region über dem Brienzersee kommt im Film auch diese wunderschöne Gegend zur Geltung.

Davon zeigte sich auch Peter Vitali beeindruckt. Aber: «Selbst wenn jeder einsehen muss, das so etwas nur Profis schaffen, beschleicht mich doch ein ungutes Gefühl, wenn unter Umständen Lawinen ausgelöst werden.»

Natur wird geschont

Auf diese Problematik angesprochen meinte Nils Lauper: «Unser Film zeigt, dass wir mit Rucksack, Schaufel und Lawinensuchgerät ausgerüstet unterwegs sind. Wir bauen unsere Anlagen aber eigentlich hauptsächlich in bestehende Skigebiete. Bewegen wir uns ausserhalb, haben wir das zudem mit dem Wildhüter abgesprochen. Wir schonen so die Natur, die wir für unsere Zwecke nutzen.»

Auch Alfred Schwarz, dem Geschäftsführer der Stockhornbahn, ist die Beziehung zur Natur wichtig: «Zum Bau der Iglus haben wir heuer eine Schneekanone einsetzen müssen. Diese funktioniert aber ohne chemische Zusätze, und der See erhält im Frühling das ihm entnommene Wasser wieder zurück.» In Absprache mit der Wildhut verzichte man nebst dem einmaligen Kino Open Air bei anderen Events am oder auf dem See auf Beschallung.

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