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Die Feuerwehr muss weniger ausrücken als früher

Bedeutend weniger Einsätze als bisher, aber wichtige Entscheidungen für die Zukunft prägten das vergangene Jahr der Feuerwehr Thun.

Sie gehörten zu den Geehrten (v.l.): Bruno Stettler, Stephan Dolder, Lukas Schönthal, Oliver Schneiter, Reinhard Reist, Stephan Zbinden,  Marcel Schürch, Martin Schönholzer, Johannes Zysset, Andreas Böhlen, Christof Baumgartner. Es fehlt Bruno Frutiger.
Sie gehörten zu den Geehrten (v.l.): Bruno Stettler, Stephan Dolder, Lukas Schönthal, Oliver Schneiter, Reinhard Reist, Stephan Zbinden, Marcel Schürch, Martin Schönholzer, Johannes Zysset, Andreas Böhlen, Christof Baumgartner. Es fehlt Bruno Frutiger.
zvg

190 Einsätze zwischen Dezember 2012 und Dezember 2013 – bedeutend weniger als in der Vergangenheit, als die Feuerwehr Thun jedes Jahr zwischen 250- und 280-mal ausrückte: Dies legte Major Daniel Hürzeler, Kommandant der Feuerwehr Thun, in seiner Rede an der Beförderungs- und Entlassungsfeier vor rund 200 anwesenden Feuerwehr-Dienstleistenden und Gästen dar.

Der traditionelle Jahresausklang fand in neuer Aufmachung und an einem neuen Ort statt: Nicht in der Thun-Expo, sondern in der Konzepthalle 6, mit neuem Dekor, mit Apéro, Entlassungen und Beförderungen sowie einem kulinarischen Teil.

Ausbildung optimiert

Untätig war die Feuerwehr Thun 2013 gemäss Medienmitteilung jedoch nicht, wurden doch wichtige Entscheide für die Zukunft gefällt: die Einführung und Umsetzung des Reglements über das Basiswissen, die Zusammenführung zweier Einheiten (der Kompanie 2 Goldiwil und der Kompanie 3 Heiligenschwendi), der offizielle Start für die Planung eines zentralen Rettungsstützpunktes gemeinsam mit der Spital STS Thun AG sowie die baulichen Investitionen und Beschaffungen für das feuerwehreigene Regionale Ausbildungszentrum in Allmendingen.

Dieses wurde unter anderem mit neuen Wasserleitungen, einer neuen Platzbeleuchtung, einem elektrisches Schiebetor, einer neuen Toilettenanlage und einer neuen Asphaltierung des Vorplatzes saniert und aufgewertet. Ausgerüstet wurde die Lokalität zudem mit Atemschutzgeräten, Kursmaterialien, Sanitätsmaterial und einem Defibrillator. Insgesamt waren dafür 750'000 Franken budgetiert.

Milizsystem sei günstiger

Das Motto laute «Wir bleiben am Ball», sagte Kommandant Hürzeler. Die Feuerwehr müsse sich stetig entwickeln. «Wir können den Ball nicht stoppen und wenn nötig auch mal rückwärts spielen.» Die Milizfeuerwehr sei dabei unbestritten, da die Vorteile auf der Hand lägen: «Dieses System ist für die Allgemeinheit kostengünstig, man kann auf ein vielschichtiges Know-how zurückgreifen, und die ortsansässigen Angehörigen der Feuerwehr verfügen zudem über die entscheidenden Ortskenntnisse.»

Die Milizwehr sei weiterhin auf freiwillige Mitbürger angewiesen. Jedoch stosse das System an seine Grenzen. Das Freizeitverhalten der heutigen Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Eine 24-stündige Einsatzbereitschaft und Abkömmlichkeit seien mit vielen Entbehrungen verbunden.

Echte Brände seien rückläufig

«Eine Profiunterstützung, wie sie uns in Thun mit dem teilprofessionalisierten Kommando mit Stabschef, Sekretariat und Materialdienst zur Verfügung steht, hilft uns dabei, das Tagesgeschäft zu erledigen und den Einheiten die nötige Ellenbogenfreiheit für den Einsatz zu gewährleisten», fuhr Hürzeler fort. Diese Struktur sei auch im Sinne der «Feuerwehrkoordination Schweiz», welche die Grundlagen für das Feuerwehrwesen in der Schweiz erarbeite.

Im Weiteren verfüge die Feuerwehr Thun mit dem Regionalen Ausbildungszentrum in Allmendingen über ideale Voraussetzungen, damit sich die Feuerwehrangehörigen gut aus- und weiterbilden können. «Dies ist umso wichtiger, als die echten Brände dank vorbeugenden Brandschutzmassnahmen rückläufig sind und so die Erfahrung rasch einmal verloren gehen könnte», gab Hürzeler vor Antritt seines fünften und letzten Jahres als Kommandant zu bedenken.

Entlassen und befördert

Je zwölf Männer wurden aus dem Dienst entlassen oder befördert. «Mit insgesamt 166 Dienstjahren hinterlassen sie eine beachtliche Lücke», hielt Kommandant Hürzeler fest und dankte ihnen, dass sie einen grossen Teil ihrer Freizeit der Bevölkerung von Thun zur Verfügung gestellt hatten.

(Thuner Tagblatt)

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