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Der Gemeinderat bleibt hart

Steffisburgs Gemeinderat und die Amman Globalbau AG wollen das vorliegende und umstrittene Projekt zur Überbauung des Dorfplatzes durchsetzen. Zu diesem Zweck soll jetzt die baurechtliche Grundordnung angepasst werden.

So und nicht anders will der Gemeinderat von Steffisburg den Dorfplatz überbauen. Deshalb will er die baurechtliche Grundordnung anpassen.
So und nicht anders will der Gemeinderat von Steffisburg den Dorfplatz überbauen. Deshalb will er die baurechtliche Grundordnung anpassen.
zvg

Heute startet die Mitwirkungsauflage Überbauungsordnung (UeO) Nr. 40 mit Zonenplanänderung in Steffisburg. Was trocken tönt, birgt viel Zündstoff und garantiert neuen Ärger um die Überbauung des Dorfplatzes. Lorenz Kopp (EVP), Gemeinderat und zuständig für Hochbau und Planung, sagt unmissverständlich: «Der Gemeinderat will die baurechtliche Grundordnung so anpassen, dass das vorliegende Projekt realisiert werden kann.» Sprich: Neu sollen dreigeschossige Bauten auf dem Dorfplatz möglich sein; zudem werden die Gebäude- und Strassenabstände in der UeO so festgelegt, dass sie dem Projekt entsprechen.3 Geschosse? 2 plus Attika?Dieser Schritt wurde nötig, nachdem die kantonale Baudirektion im Januar entschieden hatte, das Projekt zur Überbauung des Dorfplatzes mit vier kubischen Wohn- und Geschäftshäusern widerspreche der baurechtlichen Grundordnung von Steffisburg; unter anderem, weil drei- statt zweigeschossig gebaut werden soll (wir berichteten). «Wir und der Regierungsstatthalter waren der Ansicht, dass es sich um zweistöckige Bauten mit abweichender Attika-Gestaltung handelt», erklärt Kopp derweil.Mit dem Verfahren, das heute eingeleitet wird, will der Gemeinderat die Voraussetzungen schaffen, um den Platz nach einer über 20-jährigen Leidensgeschichte auf Basis des Projekts «Alpenkalk» zu überbauen. Dieses wurde 2002 zum Sieger eines Wettbewerbs erkoren, konnte aber nicht umgesetzt werden, weil sich keine Investoren fanden. Die Amman Globalbau AG aus Oberhofen hat es übernommen, leicht modifiziert und will es nun realisieren.Fronten sind verhärtetIm Dorf ist jedoch heftige Opposition erwachsen, unter anderem, weil zahlreiche Bewohner von Steffisburg die geplanten Bauten als «überdimensioniert» erachten. 2270 Leute haben 2008 eine Petition unterzeichnet, die vom Gemeinderat eine Konsultativabstimmung wünschte – was dieser jedoch ablehnte. Bereits mehrmals hat derweil die Amman Globalbau AG angedeutet, sie sei bereit für einen Gang durch die Instanzen, um das Projekt zu realisieren. Lorenz Kopp weiss deshalb: «Das Projekt ist immer wieder auf Widerstände gestossen – und das wird vermutlich auch so bleiben.» Er betont zwar, dass die Mitwirkung «die Phase der Ideen-Sammlung» sei – weist aber gleichzeitig darauf hin, dass Ideen, die im Widerspruch zum vorliegenden Projekt stehen, «kaum Gehör finden werden».Ziel: Abstimmung 2010So wie die Dinge liegen, ist es also gut möglich, dass es noch eine Weile dauert, bis am Dorfplatz Baumaschinen auffahren. Laut Lorenz Kopp sieht der momentane Zeitplan vor, dass nach Abschluss der Mitwirkungsphase im Herbst ein Bericht an das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) geht, der die Ergebnisse der Mitwirkung zusammenfasst. Das AGR verfasst einen Vorbericht; auf Grund dieses geht die UeO anschliessend in der Gemeinde in das öffentliche Bewilligungsverfahren; eventuell zusammen mit dem Baugesuch. In dieser Phase haben die Bürger die Möglichkeit, gegen die Vorlage einzusprechen. Nach Einspracheverhandlungen kommt das Geschäft in den Grossen Gemeinderat. Stimmt dieser zu, wird die UeO voraussichtlich im Sommer 2010 dem Volk vorgelegt. Kopps Fazit: «Es gibt also im Rahmen des rechtlichen Vorgehens noch einige Gelegenheiten, abweichende Meinungen einzubringen.»

Die Mitwirkungsunterlagen liegen bis am 21. September auf der Gemeindeverwaltung auf. Zudem sind sie im Internet unter www.steffisburg.ch abrufbar.

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