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«Brahmsrösi» muss in Revision

Die «Lauschende Mädchenfigur» am Brahmsquai – im Volksmund «Brahmsrösi» genannt – wird morgen für einige Wochen entfernt. Sie weist Verfärbungen auf, die auf «Bronzekrebs» hinweisen und behandelt werden.

Der Zahn der Zeit nagt an ihr: Die Bronzeskulptur «Lauschendes Mädchen» (hier im letzten Sommer) am Thuner Brahmsquai – bekannt als «Brahmsrösi» – muss in Revision gebracht werden.
Der Zahn der Zeit nagt an ihr: Die Bronzeskulptur «Lauschendes Mädchen» (hier im letzten Sommer) am Thuner Brahmsquai – bekannt als «Brahmsrösi» – muss in Revision gebracht werden.
zvg/Christian Helmle

Die im Jahr 1933 geschaffene «Lauschende Mädchenfigur» des Bildhauers Hermann Hubacher (1885–1976) am Brahmsquai in Thun weist am Kopf starke Verwitterungsschäden auf. Dies teilte die Stadt gestern mit. Das «Brahmsrösi», wie die Skulptur liebevoll von der Bevölkerung genannt wird, wird deshalb vorübergehend abtransportiert. Der Eisenplastiker Roger Bertsch aus Worb soll die Figur sorgfältig restaurieren. Denn bei den weissen Verfärbungen handelt es sich um den sogenannten «Bronzekrebs», der durch Säuren und andere Umwelteinflüsse entstehen kann und das Metall langsam zersetzt. «Voraussichtlich in ein bis zwei Monaten wird die restaurierte Figur wieder an ihren Standort zurückgebracht», versprechen die Verantwortlichen der Stadt.

Erinnerung an Brahms

Die Figur von Hermann Hubacher wurde zur Erinnerung an den deutschen Komponisten, Dirigenten und Musiker Johannes Brahms (1833-1897) geschaffen. Er lebte und arbeitete während der Sommermonate 1886 bis 1888 in Thun. Das damalige Brahms-Komitee beauftragte den Künstler Hermann Hubacher Anfang der 1930er-Jahre, ein Denkmal an jenem Ort zu errichten, wo einst das von Brahms bewohnte Haus gestanden hatte.

Hubacher schuf ein Sinnbild für die Musik: Eine freistehende nackte Frauengestalt mit geschlossenen Augen, die mit ihrer Armhaltung andeutet, dass sie aufmerksam lauscht. Der Plastiker und Bildhauer hielt sich seit 1916 regelmässig am Thunersee auf. Er lebte und arbeitete in Biel, Bern und Zürich und weilte regelmässig in Paris. Hubachers Hauptthemen waren der freistehende weibliche Akt sowie Porträts. Zu den Porträtierten gehören Persönlichkeiten wie Augusto Giacometti, Hermann Hesse und Bundesrat Philipp Etter.

Thuner Tagblatt/pd/heh

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