Blütenmärchen und Blumentöpfe

Schynige Platte

Zu Zwergen und Sternenblumen, aber auch zu handfester Arbeit mit Blumentöpfen und Erde nahm das Team des Alpengartens seine jungen Gäste am ersten Kindernachmittag mit.

Auf einem Spaziergang rund um den Alpengarten Schynige Platte zeigt Paul Brunner den Kindern und ihren Familien den richtigen Umgang mit Brennnesslen und anderen Pflanzen, die beim Heilen helfen.

Auf einem Spaziergang rund um den Alpengarten Schynige Platte zeigt Paul Brunner den Kindern und ihren Familien den richtigen Umgang mit Brennnesslen und anderen Pflanzen, die beim Heilen helfen.

(Bild: Sibylle Hunziker)

«Das Edelweiss blüht im Sommer», sagt die neunjährige Lina aus Deutschland bestimmt und legt die Blumenkarte, die sie gezogen hat, an die richtige Stelle im Blühkalender. Und als der Gelbe Enzian an die Reihe kommt, erzählt ihre Schweizer Altersgenossin Emanuela, dass er im Spätsommer blüht und dass man aus seiner Wurzel Schnaps machen kann.

Die Fünf- und Siebenjährigen in der Gruppe hören den «Grossen», die im Rätselspiel von Alpengärtnerin Brigitte Kimmig so viele richtige Antworten wissen, bewundernd zu. Aber einschüchtern lassen sie sich vom Wissensvorsprung der anderen nicht. Munter helfen sie, das Blühkalenderpuzzle vor dem Tor zum Alpengarten aus Blumenbildern zusammenzusetzen. Und sie kichern, als die Gärtnerin erklärt, warum eine Blume Läusekraut heisst, obwohl sie keine Läuse hat.

Ihre Familien schauen zu, und auch andere Besucher bleiben interessiert stehen. Als Paul Brunner die Gruppe auf einen Heilpflanzenspaziergang mitnimmt, diskutieren die Erwachsenen lebhaft mit, und alle üben, aus Wegerich und einem Tröpfchen Tannenharz einen Verband anzulegen, der bei Insektenstichen und kleinen Wunden hilft – so, wie es früher üblich war, als die Iseltwalder in den nahen Bergwäldern Harz auch für medizinische Zwecke sammelten und deshalb «Harzer» genannt wurden, oder wie es Paul Brunner selber noch von einem Indianer in Kanada hörte.

Ein Kinder- im Alpengarten

Keine Chance zum Mitmachen hatten die Erwachsenen, als es bei Elsbeth Honegger ans Eintopfen von Hauswurz ging. Die Gärtnerin nahm die Gruppe mit zu den Saatbeeten, dem Kindergarten des Alpengartens, erklärte, wie sich Hauswurz vermehrt und wie genügsam die Wasser speichernde Pflanze in Geröll und Felsen, aber auch auf dem Balkon leben kann. Und dann hatten die Kinder eine Weile lang nur noch Hauswurzableger, Erde und Blumentöfpe im Sinn und in den Händen.

Von Esther Brunner bekam die Schar zum Abschied ein Blumenmärchen des Oberländer Lehrers Jakob Streit mit auf den Weg: die Geschichte, wie kleine Engel und übermütige Zwergenkinder die kahlen Felsen mit Blumen aus Sternenlicht schmückten und so das Edelweiss in die Berge brachten.

Weitere Kindernachmittage: 25.Juli und 5.August, Treffpunkt 14 Uhr Bahnhofplatz Schynige Platte, Eingang Alpengarten. Auskünfte: Telefon 033'822'28'35.

Berner Oberländer

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