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Thun trifft früh – YB sehr, sehr spät

Das 1:1 zum Saisonauftakt hat weder bei Thun noch bei YB Begeisterung ausgelöst. Im ersten Derby seit März 2008 agierten die Gastgeber einsatz- und lauffreudiger. Bienvenu verhinderte die YB-Niederlage in letzter Sekunde.

So richtig wusste am Samstagabend niemand im Thuner Lachenstadion, was von diesem ersten Spiel der Saison und seinem Resultat zu halten war. Der FC Thun und die Young Boys wurden von ihren Fans zwar mit Applaus verabschiedet. Thun-Verteidiger Marc Schneider lachte vor dem Kabinentrakt mit YB-Sportchef Alain Baumann, YB-Trainer Vladimir Petkovic gratulierte dem Aufsteiger zu dessen Leistung, bevor er sagte: «Es war ein typisches Auftaktspiel.» Thun-Coach Murat Yakin sagte: «Wir wussten, dass YB eine starke Mannschaft hat.» Richtig glücklich wirkte aber keiner der Beteiligten. Zwar war Thun zum ersten Punktgewinn in der höchsten Spielklasse seit dem 10. Mai 2008 und dem 1:1 gegen den FC Zürich gekommen. Die Gastgeber trauerten nach einem couragierten Auftritt aber der Führung nach, die nach dem frühen 1:0 von Nick Proschwitz nach 53 Sekunden die nächsten 93 Minuten gehalten hatte. Thuns fehlende Erfahrung Bei YB wunderte man sich über den über weite Strecken matten Auftritt des neu zusammengestellten Teams. Erst mit der letzten Offensivaktion hatte Henri Bienvenu, hallihallo, den Ball doch noch an Goalie David Da Costa vorbeigebracht. «Es ist unglaublich, lässt der Schiedsrichter vier Minuten nachspielen», sagte Thuns Captain Oscar Scarione verärgert. Später sagte Yakin, vieles im Spiel seiner Mannschaft habe ihm gefallen. Etwa, wie sein Team die Seiten verteidigt habe. «Letztlich fehlte uns aber die Erfahrung, um den Vorsprung über die Zeit zu retten.» Als Beispiel führte der Coach den Eckball an, der zum Ausgleich geführt hatte: Statt ins Seitenaus hatte Timm Klose den Ball hinter die Linie abgewehrt. Klose war neben Da Costa, Muhamed Demiri, Proschwitz, Dennis Hediger und Andreas Wittwer einer von fünf Super-League-Debütanten in Thuns Startformation. In der Schlussphase kamen mit Michael Siegfried und Ervin Gashi zwei weitere junge Spieler dazu. Prompt stimmte die Zuordnung nicht und YB kam zu den entscheidenden Offensivszenen. «Irgendeinmal muss ich ihnen Gelegenheit geben, Erfahrung zu sammeln», sagte Yakin, der Scarione und Proschwitz ausgewechselt hatte. YB-Trainer Vladimir Petkovic sagte nach dem Remis: «Wir wollten das Spiel eigentlich in die Hand nehmen. Nach dem frühen Gegentreffer wurde die Aufgabe für uns schwieriger.» Spycher vor erstem Einsatz Die Startminute war noch im Gang gewesen, als YB-Goalie Roman Bürki den Ball nach einer Flanke von Andreas Wittwer nicht zu fassen kriegte. Der Ersatz des gesperrten Stammkeepers und Captains Marco Wölfli war von Demiri entscheidend gestört worden. Nick Proschwitz, von Vaduz gekommen, profitierte und schoss nach den 23 Challenge-League-Treffern der letzten Saison sein erstes Tor in der Super League. Dass die Thuner ihren Angriff lanciert hatten, während Thierry Doubai angeschlagen auf dem Boden lag, wollte Petkovic nicht kommentieren. Gastfreundlich war die Aktion nicht. Im Vergleich zu den letzten Kantonsduellen, als Thun gegen YB chancenlos geblieben war, entwickelte sich am Samstag ein echtes Derby mit einigen groben Fouls, Wortgefechten und ein paar seltsamen Schiedsrichterentscheiden. YB fand nach dem 0:1 kaum Mittel gegen die aufsässigen, laufbereiten Thuner. David Degen, der als Captain auflief, kämpfte sich ins Spiel, rieb sich auf links aber gegen Stefan Glarner auf. Und Senad Lulic gelang es auf der rechten Seite nicht, die gewünschten Akzente zu setzen. «Von einigen habe ich mir mehr erhofft», sagte Petkovic und dachte auch an die zentralen Mittelfeldspieler – Doubai und Moreno Costanzo hatten kaum Einfluss auf das Geschehen. Morgen dürfte Petkovic am Grenchner Uhrencup gegen La Coruña Christoph Spycher auf dieser Position testen. Der Hoffnungsträger hat sich von seiner Knieverletzung erholt und will möglichst bald für YB auflaufen.Alexander Wäfler>

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