Zum Hauptinhalt springen

Strafe gegen ehemaligen Sauna-Club-Besitzer erhöht

Wünnewil Der 48-jährige Mann, der im Mühlital bei Wünnewil den Sauna-Club Miriam geführt hat, ist vom Kantonsgericht Freiburg des Menschenhandels schuldig gesprochen worden.

In einigen Fällen sei nicht genügend bewiesen, dass der Beschuldigte die prekäre Situation der Brasilianerinnen ausgenutzt habe. In zwei bestimmten Fällen sei der objektive Tatbestand des Menschenhandels jedoch erfüllt, sagte Richter Adrian Urwyler gestern im Berufungsverfahren am Freiburger Strafappellationshof. Das Kantonsgericht verurteilte den ehemaligen Besitzer des Sauna-Clubs in Wünnewil zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten mit einer Probezeit von vier Jahren und einer Busse von 1000 Franken. Damit hat das Gericht die Strafe des Sensler Bezirksgerichts vom März 2010 um vier Monate erhöht und somit den Rekurs der Staatsanwaltschaft teilweise gutgeheissen. Diese hatte bereits vor gut einem Jahr eine bedingte Freiheitsstrafe von 20 Monaten gefordert. Der Beschuldigte wurde damals der Förderung der Prostitution, der Geldwäscherei und der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz schuldig gesprochen. Vom Vorwurf des Menschenhandels und des Wuchers sprach ihn das Gericht frei. Aus diesem Grund hatte Alessia Chocomeli-Lisibach, Substitutin der Staatsanwaltschaft, Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil eingereicht. Menschenhandel und Wucher Der objektive Tatbestand des Menschenhandels sei erfüllt, weil die jungen Frauen aus Brasilien aus wirtschaftlicher Not in die Prostitution geflüchtet seien, erklärte Richter Adrian Urwyler. Sie stammen aus ärmlichen Verhältnissen, haben keine Ausbildung, und somit liege eine besondere Verletzlichkeit vor. Der Beschuldigte sei dabei nicht nur Gehilfe seiner brasilianischen Ehefrau gewesen, mit der er den Sauna-Club führte, sondern es liege eine Mittäterschaft vor. Das Kantonsgericht hat den 48-Jährigen auch der Gehilfenschaft zu gewerbstätigem Wucher schuldig gesprochen. 50 Prozent und mehr ihres Freierlohnes hätten die Prostituierten abgeben müssen. Rechtsanwalt Patrik Gruber hatte eine Reduktion des Strafmasses gefordert. Sein Mandant habe die Frauen weder als Ware betrachtet noch finanziell ausgenutzt. Zudem lebe er heute in geordneten Verhältnissen und versuche, wieder Fuss zu fassen. Gruber wusste gestern noch nicht, ob er das Urteil anfechten wird.ak>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch