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Stimmung mit Steff, Blitz und Hagel

KientalGewitter begleiteten Steff la Cheffe und ihre musikalischen Kollegen.

Den Besuchern des Open Airs Kiental bot sich anlässlich der Anfahrt eine eindrückliche Reise durch die Kulturlandschaft des Berner Oberlandes. An den Bahnhöfen von Thun und Spiez sammelten sich Horden von Teenies zum Aufbruch Richtung Frauenfeld, die meisten von ihnen in XL-Hosen gehüllt und hinter ebensolchen Sonnenbrillen getarnt. In Reichenbach, wo man abzweigt Richtung Kiental, säumten bäumige Männer in Edelweisshemden und Frauen in Trachten die Strassenränder. Der Blick schweift über die zwar sehr schön angelegte Arena des Oberländer Schwingfestes, aber hastet doch rasch weiter Richtung Blüemlisalp. Dorthin, wo Musiker wie Les Trois Suisses, Trummer und Shirley Grimes, Nils Burri und Lia sells Fish auftreten und wo das Natural Sound Open Air nach einer einjährigen Pause sein zehnjähriges Bestehen feiern würde. Neo-Tango aus Berlin Ein farbenfroher Mix aus Zelten, Stühlen und lustigen Kleidern prägt den ersten optischen Eindruck des Open Airs, ein Mix aus gebratenem Reis, Tofuspiessen und inspirierendem Rauch schlägt einem entgegen. Erwachsene und Kinder tanzen teils frenetisch, teils zurückhaltend zur Neo-Tango-Musik der Berliner Brüder Tanga Elektra, die Elektro und Rock zu einer eigenständigen Musikrichtung kombinieren. Während musikalisch weniger offene Leute unschlüssig eine Definition von Neo-Tango suchen würden, lauschen die Besucher des Natural Sound den rhythmisierten Klängen der beiden Artisten mit den vielversprechenden Namen Davide Violon und Elio Batterio und wundern sich nicht sonderlich, dass bloss zwei Männer so viel Musik aus ihren Instrumenten exportieren können. Nach der wilden Kombination aus elektrischer Geige, Schlagzeug und allerhand technischer Hilfsmittel können die Besucher bei der gemächlicheren Musik des Basler Pop-Newcomers mit der unglaublich tollen Stimme, James Gruntz, die Seele wieder entspannt baumeln lassen – und sich dank der Gewitterpause eine Weile trocknen. «Das schönste Open Air!» Die Szenen, die sich hier abspielen, könnten beinahe einem Dokumentarfilm über ein friedliches Hippiefestival der frühen 70er-Jahre entstammen. Mit dem Unterschied, dass in Kiental Kinder ebenfalls ins Bild passen und willkommen sind: «Wir hatten so viele Kinder wie nie zuvor», freut sich Mario Binetti, Co-Organisator des Open Airs. Tanzende Erwachsende, spielende Kinder – Kommerz und Mainstream scheinen anderswo zu Hause zu sein. Und doch: Als grosse Headlinerin des Festivals fungierte ausgerechnet eine Rapperin, die Bernerin Steff la Cheffe. Und ihr Auftritt war gleich mehrfach fulminant: «Selbst über 50-Jährige waren begeistert und beeindruckt vom Können der jungen Frau», berichtet Binetti. Zudem hatte die Musikerin während ihres Auftritts von Samstagabend ungefragt Begleitung von ganz oben: Donnergrollen und Blitze bildeten eine eindrückliche Kulisse für die gesungenen und gesprochenen Kunstwerke der 24-jährigen Prix-Walo-Gewinnerin. «Das wilde Wetter hat dazu beigetragen, dass das diesjährige Natural Sound Open Air zum schönsten aller bisherigen Open Airs wurde: Von Regen über Hagel, Donner, dann wieder Hitze, es war ein wahres Naturerlebnis», so Binetti. Nomen, in diesem Fall ein Omen: Natural Sound Open Air – natürlich, in jeder Hinsicht.Bettina Sarbach >

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