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Selbst Kariesprophylaxe fehlt auf der Liste nicht

kulturerbeDie Schweiz erstellt eine Liste ihrer lebendigen Traditionen. Das Interesse ist riesig: Nicht weniger als 387 Vorschläge haben kantonale Experten bis Ende Mai beim Bundesamt für Kultur (BAK) deponiert.

Die Schweiz erfüllt mit dem Erstellen des Inventars eine Verpflichtung, die sie 2008 mit dem Beitritt zur Unesco-Konvention zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes einging. Ziel ist es, das immaterielle Kulturerbe aufzuwerten und zu bewahren. Die Bandbreite der 387 beim Bundesamt für Kultur eingereichten Vorschläge ist enorm: Sie reicht von bekannten Traditionen wie dem Jodeln oder dem Jassen über das politische Kabarett (in der Schweiz, im Kanton Zürich oder im Kanton Zug) bis zu lokalen Anlässen wie dem Lachner Kapellfest. Auch Veranstaltungen aus dem 20.Jahrhundert (Solothurner Filmtage) fehlen nicht. Lebendige Tradition? Einige Eingaben erstaunen: Die Kariesprophylaxe findet sich ebenso auf der Liste wie «Sauberkeit» oder «Pünktlichkeit». Aus den Kantonen Basel-Stadt und Baselland stammt der Vorschlag, «Leben mit Risiken» als lebendige Schweizer Tradition anzuerkennen. Es handle sich bei der Liste, wie sie aktuell vorliege, um eine «Diskussionsgrundlage», sagte Marc-Antoine Camp von der Hochschule Luzern, der das Projekt im Auftrag des BAK koordiniert. Er betonte, dass sich für den Alltag relevante Tätigkeiten – etwa Putzen beim Thema Sauberkeit – zu Recht auf der provisorischen Liste befinden. Es gelte jetzt, eine Auswahl zu treffen. Derzeit prüft eine Steuerungsgruppe die Vorschläge aus «gesamtschweizerischer Sicht». Auswahl ist länger als geplant Bis im Herbst entscheiden die Kantone über eine Auswahl mit 160 Einträgen. Dies sind ein Drittel mehr als geplant. Wegen des «grossen Interesses an der Vielfalt lebendiger Traditionen», die sich in der ersten Runde gezeigt habe, sei entschieden worden, die Auswahl zu verlängern. Das Inventar, in dem jede lebendige Tradition mit einer umfassenden Dokumentation dargestellt wird, geht im Frühling 2012 online. Mit der Publikation sei das Projekt nicht abgeschlossen, hiess es. Die Liste werde laufend aktualisiert und erweitert. Der Kanton Bern hat folgende Eingaben gemacht: Ausschiesset und Fulehung, Bärensymbolik, Berner Bauernkeramik (Chacheli), Berner Dialektliteratur, Berner Züpfe (und andere Sonntagsbräuche), Bilinguisme vécu à Bienne, Brienzer Holzschnitzerei, Chästeilet Justistal, La Foire de Chaindon, gelebte Zweisprachigkeit in Biel, Hornussen, Kultur der Täufer (Mennoniten), Linksmähder, Mani Matter und die Berner Mundartmusik, Schafscheid Riffenmatt, Solätte (Solennität), Stöcklikultur, Unspunnenfest, Velogemel, Wässermatten, Wybermahl und Zibelemärit. sda/ue>

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