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Prostituiertenmord: Obergericht verringert Strafmass

Das bernische Obergericht hat das Strafmass für den 33-jährigen Mörder einer braslianischen Prostituierten von lebenslänglich auf 20 Jahre reduziert. Der Täter bleibt aber verwahrt.

Im Herbst 2010 wurde in einem Bieler Salon eine brasilianische Prostituierte getötet. Das Strafmass für den Täter wurde auf 20 Jahre Haft reduziert.
Im Herbst 2010 wurde in einem Bieler Salon eine brasilianische Prostituierte getötet. Das Strafmass für den Täter wurde auf 20 Jahre Haft reduziert.
Bieler Tagblatt

Wie für das erstinstanzliche Gericht machte sich der Afrikaner auch für das Obergericht des Mordes schuldig, als er im Herbst 2010 in einem Bieler Salon eine Prostituierte tötete und danach ihr Studio ausraubte.

Die zweite Instanz bestätigte auch die qualifizierte Vergewaltigung und die qualifizierte versuchte Vergewaltigung zum Nachteil von zwei anderen Prostituierten. Sie sah auch den Straftatbestand des dreifachen qualifizierten Raubs in den Sexsalons für gegeben.

Reduziert hat die zweite Strafkammer des Obergerichts die Freiheitsstrafe für den Ivorer, weil das erstinstanzliche Gericht im Mai 2012 bei der Bemessung seines Urteils fälschlicherweise sämtliche Straftaten des Mannes heranzog.

Das gehe laut Bundesgericht nicht, sagte der vorsitzende Richter Rainier Geiser am Donnerstag bei der Urteilsbekanntgabe.

Das Bieler Regionalgericht hätte damals nur dann lebenslänglich verhängen dürfen, wenn es der Auffassung gewesen wäre, der Mord allein verlange diese Sanktion. Das Obergericht hält aber für den Mord 19 Jahre Freiheitstrafe für angemessen. In Kombination mit den anderen Taten kam es an sich auf gut 25 Jahre, doch lässt das Gesetz laut Geiser in diesem Fall maximal 20 Jahre zu.

Sehr hohes Rückfallrisiko

Zur lebenslänglichen Verwahrung sagte Geiser, die zweite Strafkammer halte alle Bedingungen für eine solche Massnahme für gegeben. So bestehe laut zwei Experten nicht nur ein sehr hohes Risiko, dass der Mann erneut straffällig werde. Ein Experte habe gar gesagt, dass sei quasi sicher.

Der Mann werden von den Gutachtern auch als dauerhaft nicht therapierbar eingestuft. Diese hatten den Mann als «Psychopath», als «sehr kalt» und Mensch ohne Einfühlungsvermögen bezeichnet.

Getötet wurde im Herbst 2010 in ihrem Studio eine damals 45-jährige Brasilianerin. Der Ivorer suchte die Frau spät in der Nacht auf, bedrohte sie mit einem Messer, stach auf sie ein und würgte sie. Dann schnitt er ihr mit dem Messer die Kehle durch, bevor er alles zusammenraffte, was ihm von Wert schien.

Nach seiner Tag fuhr er - «in aller Ruhe», wie der vorsitzende Richter am Donnerstag sagte - mit dem Zug zu seiner Freundin und gab ihr einen Teil der Beute.

Die Brasilianerin hatte zum Zeitpunkt der Tat schon beschlossen, ihre Tätigkeit als Prostituierte aufzugeben und in ihre Heimat zurückzukehren. Sie hinterlässt zwei Kinder.

Zahlreiche Spuren hinterlassen

Der Ivorer bestritt am Mittwoch, als der zweitinstanzliche Prozess am Obergericht begonnen hatte, seine Taten. Er habe nie jemanden getötet. Zur Tatzeit sei er anderswo gewesen.

Laut Geiser ergab aber die Auswertung der Handy-Daten des Mannes durch die Polizei, dass die Angaben des Mannes nicht stimmten. Zudem hinterliess der Mann am Tatort zahlreiche Spuren - neben solchen mit Erbgut auch einen Abdruck seiner Schuhe.

Der Verteidiger des Mannes sagte am Donnerstag nach der Urteilsverkündigung auf Anfrage, für Aussagen zu einem allfälligen Weiterzug des Urteils ans Bundesgericht sei es zu früh.

SDA/tag

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