Zum Hauptinhalt springen

Mörder vom Strandboden vor Gericht

Das Kreisgericht Biel-Nidau verurteilte vor einem Jahr zwei Männer und eine Frau wegen Mordes zu langen Freiheitsstrafen. Die drei erschlugen auf dem Bieler Strandboden eine Frau. Jetzt befasst sich das Obergericht mit dem Fall.

Ende Oktober letzten Jahres verurteilte das Kreisgericht Biel-Nidau zwei Männer und eine Frau zu Freiheitsstrafen zwischen 15 und 18 Jahren. Das Urteil lautete auf schuldig wegen Mordes und Raubes. Die drei hatten im März 2007 eine damals 42-jährige Frau auf den Bieler Strandboden gelockt. Dort erschlug einer der Männer das Opfer mit einem Baseballschläger. Anschliessend entnahmen die Täter der Handtasche des Opfers 500 Franken und liessen dieses am Boden liegen.

Die Täter, damals im Alter zwischen 20 und 26 Jahren, haben das Urteil des Kreisgerichts nicht akzeptiert. Nun wird der Fall morgen vom Obergericht in Bern neu beurteilt.

Der «Strandbodenmord»

Der «Strandbodenmord» wirbelte weit über Biel hinaus viel Staub auf. Während des Prozesses in Biel, der über eine Woche dauerte, kamen die Gründe, die zur Tat führten, nach und nach ans Tageslicht. Das Opfer hatte sich in die 21-jährige Frau verliebt, die in einem Restaurant gegenüber ihres Massagesalons in der Bieler Altstadt arbeitete. Dieser fielen die Avancen der älteren Frau lästig, zumal sie selber einen Freund hatte. Die damals 42-Jährige soll die Jüngere mit abschätzigen Bemerkungen und SMS über deren Freundeskreis eingedeckt haben. Zudem soll sich die Jüngere vom späteren Opfer unter Druck gesetzt gefühlt haben, weil dieses Kenntnis von einer früheren von ihr begangenen Sachbeschädigung hatte.

Die Drahtzieherin

Die junge Frau gilt gemäss Kreisgericht als Drahtzieherin, weil sie ihren Freund und einen Bekannten dazu gebracht hatte, den Mord auszuführen. Eigentlich hätte der Bekannte die Frau töten sollen. Dieser sah aber in letzter Sekunde davon ab, sodass der Freund die eigentliche Tat übernahm. Dieser sagte vor Gericht aus, er habe dies getan, um seine Freundin nicht zu verlieren.

Der Staatsanwalt sprach von «beispielloser Kaltblütigkeit» und einem «schmerzhaften Missverhältnis zwischen Anlass und Tat».

BZ/bjg/bt

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch