Mikron koppelt Löhne der Grenzgänger an Eurokurs

Der Bieler Maschinenhersteller Mikron steht wegen der Aufhebung des Euromindestkurses im laufenden Geschäftsjahr unter Druck.

Das abgelaufene Geschäftsjahr des Bieler Maschinenherstellers Mikron war durchzogen.

Das abgelaufene Geschäftsjahr des Bieler Maschinenherstellers Mikron war durchzogen.

(Bild: Keystone)

Jon Mettler@jonmettler

Auf zwei Drittel der hundert Mitarbeiter von Mikron Tool SA in Agno TI kommen harte Zeiten zu. Weil sie Grenzgänger sind, koppelt die börsenkotierte Muttergesellschaft Mikron in Biel die Löhne in Schweizer Franken an den Eurokurs. Die Mitarbeiter aus Italien müssen so Lohneinbussen von sieben Prozent in Kauf nehmen. Doch damit nicht genug: Mikron Tool führt eine Wochenarbeitszeit von 45 Stunden ein.

Bei der Tochtergesellschaft Mikron SA Agno, die ebenfalls im Tessin produziert, ist eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 42,5 Stunden vorgesehen. Es sind die wohl weitreichendsten der über 50 Massnahmen, mit denen Mikron die Folgen des starken Frankens einzudämmen versucht.

Wie Firmenchef Bruno Cathomen am Montag bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2014 in Zürich sagte, werden auch Schichtzulagen gekürzt und das Spesenreglement verschärft. Dank aller Massnahmen sollen etwa 20 Millionen Franken eingespart werden.

Noch nicht abgeschlossen sind die Verhandlungen mit den Sozialpartnern für den Standort Boudry NE, wo Mikron rund 330 Mitarbeiter beschäftigt. Die weltweit tätige Mikron-Gruppe entwickelt und baut Maschinen für Firmen, die ihre Produkte in grossen Stückzahlen herstellen. Abnehmer sind die Autoindustrie, die Uhrenindustrie und die Medizinaltechnik.

Das abgelaufene Geschäftsjahr war durchzogen. Dank einer steigenden Nachfrage in den USA konnte Mikron den Umsatz zwar um 3,3 Prozent auf 249,1 Millionen Franken steigern. Allerdings schrumpfte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 11,5 Prozent auf 4,6 Millionen Franken. Grund waren grosse Schwankungen beim Auftragseingang und daraus folgende Auslastungsprobleme im Geschäftsbereich Machining, der massgeschneiderte Maschinen für die Produktion komplexer Metallkomponenten herstellt.

Hätte bereits im vergangenen Jahr ein Euro nur noch 1,05 Franken gekostet, wäre Mikron in die roten Zahlen gerutscht. Fürs laufende Jahr erwartet die Gruppe einen Gewinn und Umsatz auf dem Niveau von 2014.

Berner Zeitung

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