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Schwitzen beim Yoga in der (fast) männerfreien Zone

LangenthalZum zweiten Mal fand am Wochenende die Women Sport Evasion statt. Der Sporttag im Stadion Hard ist Frauen vorbehalten. Er erfreut sich grosser Beliebtheit: Über 700 Sportlerinnen versuchten sich in Yoga, Tae Bo oder Jazztanz.

Die Yogalektion bei Flavia Bäbler (29) ist beliebt. Gegen 30 Frauen scharen sich um die Glarnerin und versuchen, die Anweisungen zu befolgen. «Krieger» oder «Baum» heissen die Übungen, die den Frauen viel Kraft und Balance abverlangen. Jede der Yogaschülerinnen gibt ihr Bestes, auch wenn nicht jeder «Baum» wie einer aussieht. Aber das spielt an diesem Tag im Stadion Hard in Langenthal keine Rolle. Die über 700 Frauen sind an die Women Sport Evasion gekommen, um ganz unter sich Sport zu treiben. Für Organisatorin Aurélie Fänger (30) ist der Ausschluss der Männer einer der Hauptgründe, warum der Frauensporttag auf grosses Interesse stösst. «An unseren Anlass kommen viele Frauen, die ihre Hemmungen eher ablegen können, wenn sie unter sich sind.» Gemeinsam mit ihrem Team führt Fänger den Sporttag bereits zum zweiten Mal im Oberaargau durch. Nachdem die Frauen im letzten Jahr gegen Wind und Regen hatten kämpfen müssen, brennt an diesem Samstag die Sonne brütend heiss. Neue Sportarten entdecken An zwei Tagen stehen Kurse aus den Bereichen Tanz, Fitness und Gesundheit zur Auswahl. Angeboten werden neben Yoga unter anderem Jazztanz oder Aerodance. Aber auch exotischere Sportarten stehen auf dem Programm. So zum Beispiel Nia, ein Fitnesstraining, das westliche und östliche Bewegungsformen verbindet. Neben den Kursen können sich die Frauen Gesundheitschecks unterziehen. Ein Tag kostet 50 Franken, das Essen und die Getränke erhalten die Frauen dazu. Auch das gehört zur Philosophie der Organisatorin. «Die Besucherinnen sollen für einmal an nichts denken müssen», sagt Fänger. Sie glaubt, dass die Bedürfnisse vieler Frauen neben Arbeit und Familie schlicht zu kurz kommen. «An der Women Sport Evasion sollen sie die Chance erhalten, sich Gutes zu tun und Neues zu entdecken.» Den Anlass hat das Eventbüro, in dem Fänger arbeitet, bereits viermal in Lausanne durchgeführt. Auch dort mit Erfolg: In diesem Jahr nahmen über 1600 Frauen teil. In Langenthal sind die meisten Besucherinnen Mütter zwischen 35 und 40 Jahren. Leila Hubschmied (36) aus Olten ist eine von ihnen. Mit zwei Freundinnen besucht sie die Women Sport Evasion. Zuerst will sich Hubschmied in Yoga versuchen, später wird sie Tae Bo ausprobieren. Beides hat die kaufmännische Angestellte noch nie gemacht. Hubschmied gehört exakt zum Zielpublikum des Anlasses. Sie hat zwei kleine Töchter: «Seit die Jüngere auf der Welt ist, komme ich kaum mehr dazu, Sport zu machen.» Ohne Klischees gehts nicht Eine vollkommen männerfreie Zone ist das Stadion Hard dann aber doch nicht. Unter den Lehrern und Helfern sind auch Männer. Er versuche, sich im Hintergrund zu halten, sagt Mitorganisator Stephan Riediker (32). «Das Schöne an einem Frauensporttag ist, dass dieser ohne Leistungsdruck und Konkurrenzkampf abläuft.» An einem vergleichbaren Tag für Männer würde es vor allem um Leistung und Wettkampf gehen, ist er überzeugt. Ganz ohne Klischee kommt der Frauensporttag also doch nicht aus. Auch nicht, was die Sponsoren betrifft. Diese bieten in einem Zelt nämlich Schminkberatungen und Wimpernverlängerungen an. Annina Hasler>

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