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Schulsozialarbeit: Jetzt definitiv

Uetendorf hat gute

Die Schule ist keine Insel: Wenn Kinder und Jugendliche Mobbingopfer werden, mit ihren Kameraden Streit haben, oder wenn es Probleme mit dem Selbstwertgefühl, der Sozialkompetenz oder im Elternhaus gibt, ist der schulische Alltag unmittelbar davon betroffen, indem der eigene Lernprozess und oft auch derjenige der anderen Schüler davon beeinträchtigt wird. «Hilft man den Schülern in solchen Fällen, hat das nicht nur eine positive Wirkung für das Individuum und die Schule», sagte Albert Rösti (SVP), als Gemeinderat von Uetendorf für das Ressort Bildung verantwortlich, gestern an der Medienkonferenz im Schulhaus Riedern. «Es kann auch dazu beitragen, Probleme in späteren Lebensjahren zu vermeiden.» Nach einer gründlichen Abklärung der bisherigen Erfahrungen hat der Gemeinderat deshalb einstimmig entschieden, dass die Schulsozialarbeit (SSA) in Uetendorf nun definitiv eingeführt wird. «Wir haben sowohl von Schülern als auch von Lehrern sehr positive Rückmeldungen erhalten. Die jungen Leute schätzen es, bei Konflikten eine Anlaufstelle zu haben, und für die Lehrkräfte bedeutet die SSA eine wesentliche Entlastung», sagte Rösti weiter. Die drei Säulen Vor drei Jahren hatte der Rat nach intensiver Diskussion beschlossen, die SSA vorerst provisorisch einzuführen und dafür eine 60-Prozent-Stelle zu schaffen. Die Stelle wurde mit der ausgebildeten Sozialarbeiterin Christine Mäder besetzt, die im Riedernschulhaus ein Büro oberhalb der Bibliothek bezog. «Meine Arbeit besteht aus den drei Säulen Früherkennung, Beratung und Prävention», führte Mäder aus. Zum Bereich Prävention gehöre, sich mit einem gewissen Thema intensiv und über längere Zeit zu befassen. «Wir versuchen beispielsweise, an der Schule eine Streitkultur zu etablieren. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, wie sie Konflikte untereinander handhaben können.» Bei der Früherkennung seien Inputs von Lehrerseite sehr wichtig. «Indem die Lehrkräfte mir gewisse Beobachtungen mitteilen, die sie bei Schülern gemacht haben, kann ich so früh als möglich eingreifen und unter Umständen eine Eskalation vermeiden», so Christine Mäder weiter. Dabei scheut sie auch nicht davor zurück, das Gespräch mit den Eltern zu suchen, beispielsweise in Fällen von häuslicher Gewalt. «Die Lehrerinnen und Lehrer tendieren eher dazu, Schule und Privatleben zu trennen. Das tue ich nicht. Meine Aufgabe ist es, mich einzumischen!» «Ich mische mich ein!» Die Beratung, die dritte und letzte Säule, kann verschiedene Formen annehmen. Auf der einen Seite des Spektrums steht das informelle, eher spontane Gespräch zwischen Tür und Angel, auf der anderen Seite die ausführliche Einzel- oder Gruppenberatung. «Wenn ich vor Ort bin, können Schüler und Lehrer ohne Voranmeldung zu mir kommen. Dass ich mein Büro auf dem Schulgelände habe, macht es noch viel einfacher», sagte Christine Mäder weiter. Seit sie ihre Stelle vor 2,5 Jahren antrat, führte sie in 15 Fällen eine Gruppenberatung und in 51 Fällen eine Einzelberatung durch. Die unzähligen kurzen Gespräche – sei es mit Lehrern oder Schülern – gehören nicht dazu. Von einem Fall spreche sie erst, wenn dessen Behandlung mindestens drei Stunden dauert. Garantien gibts nicht Peter Müller, pädagogischer Schulleiter der Sekundarstufe in Uetendorf, kann die SSA nur rühmen. «Die Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeiterin entlastet uns nicht nur, sie bildet uns auch weiter. Wir können dabei lernen, wie wir mit bestimmten Konflikten umgehen können.» Die SSA sei keine Garantie dafür, dass in der Schule «nichts passiere. Aber wenn es einmal so weit ist, sind wir besser gewappnet und wissen, wie reagieren.» Schulsozialarbeiterin Christine Mäder ist für alle 750 Kindergärteler und Schüler sowie die rund 90 Lehrpersonen in Uetendorf zuständig. Sie ist auch in den anderen beiden Uetendorfer Schulhäuser regelmässig vor Ort. Mäder ist dem regionalen Sozialdienst unterstellt und befindet sich mit diesem in engem Kontakt. «Beim Sozialdienst haben wir eigentlich immer nur mit Erwachsenen zu tun und nur selten mit den Kindern unserer Klienten», sagte Martin Räz, Stellenleiter Regionaler Sozialdienst. Die SSA sei deshalb umso wichtiger. Marc Imboden >

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