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Schnell, aber glücklos

Lisa UrechDie 22-jährige Hürdensprinterin hat den Final an der WM in Daegu um zwei Hundertstel verpasst. Die Emmentalerin beendete ihre zweite WM auf Rang 9.

Lisa Urech lief in ihrer Halbfinalserie in 12,86 Sekunden als Dritte ins Ziel. Weil nur die beiden Erstklassierten direkt in den Final einzogen, musste die Schweizer Rekordhalterin am Samstag darauf hoffen, als eine der zwei Zeitbesten weiterzukommen. Im zweiten Lauf war eine der nicht direkt Qualifizierten schneller, das Zittern ging weiter. Doch es reicht nicht; in der 3. und letzten Serie erzielte die drittplatzierte Nikkita Holder (Ka) eine Zeit von 12,84. Aus war der Traum der Bernerin Urech vom Final. Ihre erste Reaktion in der Mixed Zone war heftig. «Du hast recht gehabt», sagte sie wutentbrannt zu einem Journalisten. Dieser hatte nach dem schwachen Vorlauf (13,16) geschrieben, dass sie den Final vergessen könne. «Ich nehme gerne Kritik entgegen, aber einfach mit Respekt.» Je länger das Gespräch dauerte, desto besser aber wurde ihre Laune. Urechs mentale Stärke Einen Grund, frustriert zu sein, gab es von der Leistung her gesehen auch nicht. Zwar war Urech in La Chaux-de-Fonds 12,62 Sekunden gelaufen – eine Zeit, die vor den Weltmeisterschaften nur fünf Athletinnen unterboten hatten –, doch entspricht diese Marke derzeit (noch) nicht ihrem Level. Dieses liegt zwischen 12,80 und 12,90. «Ich bin auf dem Niveau gelaufen, auf dem ich mich in diesem Jahr festigen wollte», stellte Urech zufrieden fest. Und sie habe dies an einer WM geschafft. Mit der besten je erzielten Zeit an internationalen Meisterschaften bewies die 22-Jährige, dass sie die richtigen Schlüsse aus der missglückten U-23-EM gezogen hat – in Ostrava (Tsch) hatte sie trotz des Gewinns der Silbermedaille nicht überzeugt. Das knappe Verpassen des Finals bedauerte sie selbstredend. «Das hat mich etwas gewurmt», erklärte Urech. Doch einen Vorwurf, was ihr Rennen betrifft, machte sie sich nicht: «Klar hatte ich ein paar kleine Fehler drin. So merkte ich, dass ich mit dem Oberkörper wieder etwas aufgemacht hatte. Im Grossen und Ganzen brachte ich jedoch einen guten Lauf durch. Es gibt selten einen perfekten Lauf.» So einen habe sie in La Chaux-de-Fonds gehabt. Lisa Urechs starke Reaktion auf den schwachen Vorlauf verdeutlicht immerhin ihre mentale Stärke. Gold im Hürdensprint gewann übrigens wie erwartet die Australierin Sally Pearson. siResultate Seite 26>

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