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Scheitert der Umzug der Jungbären?

BärenparkWie Recherchen dieser Zeitung zeigen, droht der Umzug der Berner Jungbären nach Rumänien zu scheitern. Dort ist man verärgert über die negativen Reaktionen aus der Schweiz. Der zuständige Gemeinderat Reto Nause bestätigt, dass es Probleme gibt und andere Optionen geprüft werden.

«Bye, bye Bärli» – unter diesem Titel verabschieden wir uns in einer Serie von den Berner Jungbären Ursina und Berna. Denn die beiden sollten noch diesen Monat ins rumänische Zarnesti reisen, wo Tierschützerin Cristina Lapis das grösste Schutzgebiet für Bären in Europa eingerichtet hat. Die Abreise von Ursina und Berna verzögere sich wegen fehlender Einfuhrpapiere auf Oktober, hiess es von Seiten des Berner Bärenparks. Erst verzögert, nun gar nicht? Wie nun aber Recherchen dieser Zeitung zeigen, droht der Umzug der Bärinnen nach Rumänien zu scheitern. Auslöser für den möglichen Rückzug der Bärenstation in Zarnesti sind die zahlreichen negativen Reaktionen aus der Schweiz. Ihr Tenor, überspitzt formuliert: In Rumänien würden Tiere nur gequält, und eine artgerechte Haltung sei dort nicht möglich. Vor allem Cristina Lapis und ihr Team, die sich seit Jahren für geschundene Bären und Strassenhunde einsetzen, hätten diese Pauschalvorwürfe hart getroffen, sagt jemand aus ihrem Umfeld. Es sei politischer Druck auf die Tierschützerin ausgeübt worden, die Berner Bären nicht aufzunehmen, wenn die Schweizer doch derart negativ über Rumänien denken würden. Cristina Lapis war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Sie halte sich momentan in Frankreich auf und könne nur per Mail kontaktiert werden, hiess es bei der Bärenstation in Zarnesti. Auf ein entsprechendes Schreiben dieser Zeitung reagierte Lapis nicht. «Ernsthafte Probleme» Der für den Berner Tierpark zuständige Gemeinderat Reto Nause (CVP) bestätigte gestern, dass es «ernsthafte Probleme» im Bezug auf die Umsiedlung von Ursina und Berna gebe. «Die unqualifizierte Kritik an Rumänien hat dazu geführt, dass das gute Projekt zu scheitern droht. Das nervt mich gewaltig.» Da hätten Leserbriefschreiber und gar Politiker Pauschalvorwürfe in die Welt gesetzt, ohne sich über die Bärenstation zu informieren. «Und ohne einen Moment darüber nachzudenken, was sie mit diesen unbedarften Äusserungen auslösen könnten.» Die Verantwortung tragen müssten diese Leute ja nicht. «Aber wir müssen jetzt versuchen, eine Lösung zu finden.» Reto Nause wollte gestern nicht sagen, ob der Umzug der Berner Bären nach Zarnesti definitiv gescheitert ist. Er bestätigte aber, dass die Stadt andere Optionen prüfe. Darüber informiert werde an einer Medienorientierung am Mittwoch. «Ich bin in Kontakt mit Tierparkdirektor Bernd Schildger. Auch der Gesamtgemeinderat ist über das Problem im Bild», sagte Nause. Schildger wollte sich gestern nicht zum gefährdeten Umzug äussern. Auch er verwies auf die für Mittwoch geplante Medienorientierung. Mirjam Messerli>

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