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Sauerkrautfabrik weicht Neubau

Die Sauerkrautfabrik in

Die Sauerkrautfabrik Uetendorf wird in absehbarer Zeit abgerissen. Damit verschwindet eines der letzten alten Gebäude aus dem Dorfzentrum. Die Gemüse- und Verwertungsgenossenschaft Uetendorf und Umgebung hat das Gebäude an zwei Gewerbetreibende aus Uetendorf verkauft. Die Käufer, der Bauunternehmer Hans Burger und der Elektrounternehmer Ulrich Dänzer, wollen auf dem Gelände einen Neubau realisieren. Entstehen sollen laut Hans Burger ein Gesundheitszentrum und Wohnungen «50 plus». Mit diesen Plänen endet die Geschichte des Uetendorfer Sauerkrauts. Machtkämpfe ausgetragen Sauerkraut aus Uetendorf essen seit Jahrzehnten Kunden von der Migros, von Coop und von Metzgereien. Die Fabrik, die jetzt abgerissen werden soll, wurde 1929 von der Gemüse- und Verwertungsgenossenschaft gebaut. Der damalige Uetendorfer Baumeister Alexander Jampen hatte sich als Präsident der Genossenschaft für den Anbau und die Verwertung des Kabis stark engagiert. Er und seine Genossenschafter mussten Machtkämpfe mit anderen Sauerkrautfabriken austragen und während der Weltwirtschaftskrise Ende der Zwanzigerjahre schlechte Zeiten überstehen. Eine Verbesserung brachte Ende 1934 ein Vertrag mit der Migros. Die Produktion musste vergrössert und die Fabrik zweimal ausgebaut werden. 30 Millionen Tonnen Kabis In den vergangenen 80 Jahren bis Ende 2009 haben die Kabisproduzenten aus Uetendorf und Umgebung rund 30 Millionen Tonnen Kabis angepflanzt, geerntet und verwertet. Zwischen 1999 und 2009 hatte die Schöni Feinfood AG, der grösste Sauerkrautproduzent der Schweiz, die Fabrik Uetendorf in Pacht. Der Neubau der eigenen Produktionshalle in Oberbipp hat die Firmenleitung dazu bewegt, den Pachtvertrag per Ende 2009 zu kündigen (das TT berichtete). Diese Veränderungen haben die Genossenschafter dazu bewegt, das Gebäude zu verkaufen. «Die Abnahme der Produktion der sieben Landwirte und Genossenschaftsmitglieder aus Uetendorf, Thierachern, Gurzelen und Lohnstorf von heute noch rund 500000 Tonnen im Jahr ist uns von der Schöni Feinfood AG garantiert worden», so Fritz Feller aus Thierachern, der heutige Präsident der Genossenschaft. Die Genossenschaft werde zur Unterstützung der verbliebenen Produzenten weiterhin bestehen, so Feller weiter. Gebäude vorerst vermieten Die Planung für den Bau des Gesundheitszentrums mit Praxen für Arzt, Zahnarzt, Physiotherapie und ähnlichen Angeboten im Gesundheitsbereich sowie für kleinere und mittelgrosse Wohnungen darüber werde einige Zeit in Anspruch nehmen, berichtete Hans Burger gegenüber dieser Zeitung. Das geplante neue Gebäude auf dem Bahnhofplatz muss den Richtlinien in der Überbauungsordnung (ÜO, Nr.6 «Bahnhof») angepasst werden. Bis mit dem Abriss begonnen werden kann, sollen die Räume im Gebäude der Sauerkrautfabrik an verschiedene Interessenten vermietet werden. Ofen geht nach Polen Ein erstes Anzeichen für die Veränderung am Bahnhofplatz waren der Ausbau (Bild) und der Abtransport des Autoklavs und des Dampferzeugers, die für die Konservierung des Sauerkrauts genutzt wurden. Die beiden Geräte wurden verkauft und werden zur weiteren Nutzung nach Polen transportiert. Debora Stulz >

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