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Romantik, verwoben wie eine Oper

InterlakenFür ein nicht alltägliches Chorkonzert sorgte der Frohsinn-Cäcilia, Interlaken: Chor, Ad-hoc-Orchester und Solistenquartett erfreuten mit Webers Jubelmesse und Donizettis Psalmkomposition Miserere in d-Moll.

Romantisch und in italienischem Belcanto begeisterte der Gemischte Chor Frohsinn-Cäcilia, Interlaken, die Konzertbesucher über das Wochenende. Dazu gesellte sich das harmonierende Solistenquartett mit der Thunerin Beatrice Ruchti (Sopran), der in Hilterfingen aufgewachsenen Sandra Thomi (Mezzosopran), dem Berner Christoph Meinen (Tenor) und Martin Lorenz Weidmann (Bassbariton). Der einheimische Chorleiter Erich Roth liess in der Schlosskirche Interlaken in ausgewählte Chorraritäten eintauchen. Jubeln zum Auftakt Zum Auftakt erklang die Jubelmesse von Carl Maria von Weber, die für den sächsischen Hof zur goldenen Hochzeit des Königspaar entstand. Das Hauptmotiv erklang in den ersten Takten. Es folgten eigenartige und überraschende Überleitungen. Nebst opernhaft anmutendem Sopransolo im «Gratias agimus» und virtuosen Koloratureinwürfen im «Cum Sancto» liess tief empfundenes Flehen des «Qui tollis» des Tenors mit Untermalung von Klarinetten und Bratschen in «Gloria» aufhorchen. Speziell wirkte die Überleitung mit Hörnern und Fagott zum geistvollen «Et incarnatus» und eindrucksvoll das «Arioso» über ausgehaltenen Hornakkorden. Klarinetten, Flötenklänge, der Naturklang der Hörner und Timpaniwirbel verwoben sich mit der unbefangenen, volkstümlichen Vertonung des liturgischen Textes. Flehen vor dem Richter In angenehm schlichter Atmosphäre erklang Gaetano Donizettis Psalmkomposition Miserere in Re minore (d-Moll). Italienische Leichtigkeit vermischte sich im Zyklus des gesamten vertonten Psalmtextes mit opernhaftem Belcanto. Auffallend wirkten die konzentrierten Einsätze des Chores, waren Eröffnungs- und Schlusssatz mit Fuge ganz dem Chor zugedacht. Aufhorchen liess das Miserere, ein flehender Gnadenruf der sündigen Menschheit, vor dem Richterstuhl des Ewigen, in abwechselndem Einsatz von Chor und Soloarien. Schlicht wirkte der Antifonvers «Asperges me». Und der unvertonte Satz «Auditui meo» liess der Tenor als gregorianischer Psalm erklingen. In passender Akustik wirkten Klarinetten zu Streicherpizzicati, Horn- und Oboensoli, alles im Einklang von Stimmung und Aufbau. Entzückend wirkte das Violinsolo der Konzertmeisterin Daniela Ianos-Lätsch. Für die mit Überzeugung dargebrachte Darbietung erhielten Chor, Solistenquartett und Orchester einen kräftigen Applaus. Heidy Mumenthaler>

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