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Ri Yong-bom weiss von nichts

Das Reiseunternehmen Globetrotter und die Berner Ferienmesse machen Werbung für die «überraschende Reisedestination» Nordkorea. Dass dort Menschenrechte auf grausamste Weise verletzt werden, mag man nicht offen kommunizieren. Der nordkoreanische Vertreter streitet alles ab.

Charmeoffensive einer Diktatur: An der Ferienmesse 2015 in Bern darf sich auch Nordkorea präsentieren.
Charmeoffensive einer Diktatur: An der Ferienmesse 2015 in Bern darf sich auch Nordkorea präsentieren.
Matthias Käser
Ri Yong-bom (Mitte) von der nordkoreanischen Tourismusbehörde  erklärt einem Messebesucher Vorzüge und Eigenheiten seines Heimatlandes.
Ri Yong-bom (Mitte) von der nordkoreanischen Tourismusbehörde erklärt einem Messebesucher Vorzüge und Eigenheiten seines Heimatlandes.
Matthias Käser
Am Nordkorea-Stand liegen Reiseunterlagen auf, unter anderem auch diese Karte, die die Ansichten des geteilten Landes verdeutlichen: Oder wo sind die Städte in Südkorea geblieben?
Am Nordkorea-Stand liegen Reiseunterlagen auf, unter anderem auch diese Karte, die die Ansichten des geteilten Landes verdeutlichen: Oder wo sind die Städte in Südkorea geblieben?
Leserreporter
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Eines vornweg: Ob und wie man nach Nordkorea reisen sollte, ob der Tourismus der Bevölkerung hilft oder nicht, das ist umstritten. Es gibt gute Argumente dafür und gute dagegen – doch darum geht es nicht in dieser Geschichte. Es geht um Verharmlosung, Täuschung, um gute Geschäfte.

BEA-Gelände in Bern, 15.Januar 2015. Am Stand 204, Halle 3 der diesjährigen Ferienmesse steht Ri Yong-bom und stellt eine ganz besondere Reisedestination vor. Der Abgeordnete der nordkoreanischen Tourismusbehörde möchte, dass mehr Schweizer in sein Heimatland reisen. «Bisher sind es nur hundert pro Jahr», sagt er. «Tausend wären gut, zehntausend noch besser.» Ri Yong-bom arbeitet auf der nordkoreanischen Botschaft in Berlin, es ist das erste Mal, dass sich das Land an einer Schweizer Messe präsentiert. Den Kontakt hat Globetrotter hergestellt: Das Berner Reiseunternehmen organisiert seit Jahren geführte Reisen ins ostasiatische Land – von ihm stammen auch die Angebote am Messestand.

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