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Bald soll das Parkieren kosten

Die Gemeinde Zollikofen geht ein langjähriges Problem an: die kostenlosen Parkplätze. Auf ihnen wurde oft fremdparkiert.

Mit der Einführung einer Weissen Zone und einer Parkplatzbewirtschaftung will die Gemeinde Zollikofen «das Fremdparkieren unterbinden».(Symbolbild/Moritz Hager)
Mit der Einführung einer Weissen Zone und einer Parkplatzbewirtschaftung will die Gemeinde Zollikofen «das Fremdparkieren unterbinden».(Symbolbild/Moritz Hager)

Gratis das Auto abstellen, wo man will. Das ist fast nirgends in der Agglo Bern mehr möglich. Nur in Zollikofen. Doch bald soll auch die letzte Parkieroase der Region verschwinden. Die Gemeinde hat nun ein Parkplatzkonzept erarbeitet. Bisher gab es in Zollikofen keine Zonenkarten für Anwohner, nur vereinzelte blaue Parkfelder. Auf den restlichen Parkfeldern konnte parkieren, wer wollte. Auch Leute von ausserhalb. «Wir waren in dieser Hinsicht die Exoten», sagt Gemeindepräsident Daniel Bichsel (SVP). Durch die stetige Zunahme an Autopendlern spitzte sich die Situation zu. Es wurde immer mehr fremdparkiert.

Der Druck stieg, die zentral gelegenen Parkplätze zu bewirtschaften. Konkret: Die Gemeinde will kommenden Herbst weisse Parkfelder mit einer Parkzeitbeschränkung einführen. Die maximale Parkdauer auf diesen Parkplätzen soll von Montag bis Freitag auf zwei Stunden, bei den Schulanlagen, der Gemeindeverwaltung und beim Friedhof auf drei Stunden beschränkt werden.

Die neue Regelung wird nicht flächendeckend für die ganze Gemeinde gelten, sondern lediglich für einen festgelegten Bereich. «Betroffen sind Gebiete in der Nähe von grossen Arbeitgebern, Bahnhöfen und der Bernstrasse», so Bichsel.

Anwohner haben Vorrang

Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie örtlich tätige Gewerbebetriebe gibt es Parkkarten zu kaufen. Geplant sind Tages-, Wochen-, Monats- und Jahreskarten. Bezogen werden können diese Karten bei der Gemeindeverwaltung oder übers Web. Die genauen Preise hat der Gemeinderat noch nicht festgelegt.

Anlagen mit erhöhter Nachfrage wie zum Beispiel der Bahnhof oder Einkaufszentren werden ihre Parkplätze weiterhin selbstständig regeln. Bichsel betont: «Wir wollen mit der kommenden Parkplatzbewirtschaftung die Anwohner und das Gewerbe bevorzugt behandeln.»

Die neue Massnahme soll das Fremdparkieren verhindern, aber auch dem Schutz vor Lärm und Luftverschmutzung sowie zur Entlastung der Quartiere vom motorisierten Verkehr dienen. Am 29. Januar wird der Grosse Gemeinderat das Geschäft an seiner Sitzung behandeln.

Das Thema beschäftigte die Gemeinde jedoch nicht erst kürzlich, sondern seit Jahren. Bereits 2007 reichte die SP einen Vorstoss ein, um dem freien Parkieren ein Ende zu setzen. Dieser scheiterte allerdings an einer breiten bürgerlichen Front, die die Autofahrer nicht mit zusätzlichen Abgaben belasten wollte.

Sechs Jahre später versuchte es auch die GFL. Zusätzliche Arbeitsplätze, die durch einen Neubau des Bundesamtes für Informatik und Technologie geschaffen worden waren, lockten mehr Autopendler nach Zollikofen. Tag für Tag stellten Autofahrer folglich ihr Fahrzeug in den Quartieren ab und besetzten so die Parkplätze der Anwohnerinnen und Anwohner. Und das kostenlos.

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