Zum Hauptinhalt springen

Einsprache abgewiesen – die Antenne kommt

Ein Viertel der Einwohner Oberthals wehrte sich gegen eine 5G-Antenne. Vergebens.

Eine 5G-Antenne soll im Oberthaler Quartier Alterswil gebaut werden.(Symbolbild/Keystone)
Eine 5G-Antenne soll im Oberthaler Quartier Alterswil gebaut werden.(Symbolbild/Keystone)

Oberthal ist eine kleine Gemeinde. Wenn sich hier 125 Menschen gegen ein Vorhaben stemmen, dann sind das über 20 Prozent der Stimmberechtigten. Genau das ist im vergangenen Jahr passiert. 125 Oberthalerinnen und Oberthaler hatten Bedenken wegen einer Antenne – genauer: wegen 5G. Sie alle unterschrieben eine Einsprache gegen ein entsprechendes Projekt der Swisscom. Das Unterfangen aber war vergebens. Das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland hat die Einsprache mittlerweile abgewiesen.

Ein Entscheid, der bei Otto Luginbühl Unverständnis auslöst: «Bislang ist nicht klar, welchen Einfluss die neue Technologie auf die menschliche Gesundheit hat.» Luginbühl ist pensionierter Ingenieur und einer der Initianten des Widerstands. Er verweist auf ein Papier des Bundesamtes für Umwelt, das auch die Auswirkungen hochfrequenter Strahlung auf den Menschen thematisiert.

Im Schreiben heisst es, dass eine Beeinflussung der Hirnströme «nach wissenschaftlichen Kriterien ausreichend nachgewiesen» sei. Die Evidenz für eine Beeinflussung der Durchblutung des Gehirns und eine Beeinträchtigung der Spermienqualität sei hingegen begrenzt.

Die Skepsis bleibt

Im Schreiben ist von Unklarheiten die Rede, vom Forschungsbedarf, eine Absage an 5G aber ist es nicht. Es steht quasi stellvertretend für das Dilemma der ganzen Debatte: Bis heute gibt es keinen endgültigen Beweis dafür, dass die Technologie gesundheitsschädigend ist – aber auch keinen, dass sie es nicht ist. Das genügt manchen und anderen nicht.

Otto Luginbühl sagt dazu: «Wenn die Risiken wissenschaftlich untersucht wurden und sich die Sache als harmlos herausstellt, bin ich der Erste, der dafür ist.» Er wird den Entscheid des Regierungsstatthalteramts nicht weiterziehen. Laut ihm werden das auch seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter nicht tun. Zu teuer käme das Unterfangen, zu gering sind die Erfolgsaussichten. Keine Fundamentalopposition also, aber eine Menge Skepsis.

Andreas Steiner ist Gemeindepräsident in Oberthal. Die Antenne hat auch ihn beschäftigt. Die Menschen wollten von ihm wissen, was er dagegen tun werde. «Ich habe Verständnis dafür», sagt Steiner. Aber letztlich müsse man sehen: «Solange die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, hat die Swisscom ein Anrecht auf die Baubewilligung.»

Tatsächlich kann die Gemeinde nicht aufgrund eines mulmigen Gefühls die Spielregeln ändern. Und schliesslich ist auch nicht jeder in der Gemeinde gegen die Antenne – denn der Handyempfang im kleinen Oberthal ist bis dato nicht eben zuverlässig.

Zumindest dieses Problem dürfte bald gelöst sein. Denn die Antenne, sie kommt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch