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Das Fahrplanbüchlein ist Geschichte

Die Gratisbroschüre wird im Kanton Bern nicht mehr gedruckt.

Still und leise hat sich ein praktischer Helfer auf der Reise verabschiedet. Vor allem Leute, die noch ohne Smartphone mit Bahn und Bus unterwegs sind, werden ihm nachtrauern: Ja, bestätigt Daniel Hirt als Geschäftsführer des Tarifverbunds Libero, mit dem Fahrplanwechsel vom vergangenen Wochenende habe man die gedruckten Regionalfahrpläne abgeschafft.

Immer weniger Nachfrage

Bisher lagen die broschierten Büchlein an den Bahnhöfen in einer Ausgabe Bern-Mittelland, Emmental, Solothurn-Grenchen, Oberaargau, Biel/Bienne und Berner Oberland gratis zum Mitnehmen auf. Herausgegeben wurden sie von den beteiligten Transportunternehmen.

Sie erfüllten damit eine Auflage des Kantons, der den Regionalverkehr mit Steuergeldern massiv unterstützt. Diese Auflage, sagt Hirt nun, sei mit dem neuen Fahrplan weggefallen.

Die Regionalfahrpläne im Kanton Bern werden nicht mehr gedruckt. Foto: PD
Die Regionalfahrpläne im Kanton Bern werden nicht mehr gedruckt. Foto: PD

Allerdings nicht wegen der Kosten, wie er gleich präzisiert, auch wenn diese bei einer Auflage von alles in allem über 100'000 Exemplaren gut und gerne in einer Höhe von 200'000 Franken gelegen haben mögen.

Nein, so Hirt weiter, der Grund liege in der Nachfrage, die «in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen» sei. Heutzutage planten die meisten ihre Reise entweder am Computer oder eben am Smartphone.

Als zweiten Grund führt Hirt eine neue grafische Vorgabe für die im Internet publizierten Fahrplanfelder an, die auch die Grundlage für die gedruckten Büchlein bildeten. Sie werden nun in einer grosszügigeren, auf das Format A4 abgestimmten und damit besser lesbaren Form veröffentlicht, womit das Büchlein automatisch grösser und dicker geworden wäre. Als Alternative hätte man auch einen Teil der Fahrpläne weglassen können, aber auch das wollte der Kanton nicht.

«Uns ist bewusst, dass sich für einen Teil der Kunden der Zugang zu den Fahrplaninformationen erschwert», hält Hirt fest. Allen Reisenden ohne digitalen Zugang rät er, sich die benötigten Fahrplanfelder am Billettschalter ausdrucken zu lassen. Wobei er gleich noch zu bedenken gibt: Die neue Darstellung lasse die Zahl der Blätter rasch ansteigen.

Hirt verweist auch an den Verkehrs-Club der Schweiz, der noch ein Kursbuch drucken lässt und zum Verkauf anbietet. Allerdings sei «auch hier der Umfang gross, und das Format musste auf A4 geändert werden».

Weiterhin in Graubünden

Mit dem Verzicht steht Bern nicht allein da. Auch in Zürich sind die gedruckten Fahrpläne am Wochenende verschwunden, in Basel wurde der Schritt schon vor zwei Jahren vollzogen. Anders ist es in Graubünden. Dort erhielten auch heuer alle Haushalte einen Flyer, der zum Bezug eines gedruckten regionalen Fahrplanbüchleins berechtigt.

Graubünden tut dies nicht nur der Senioren wegen, die dieses Angebot «sehr schätzen», so der zuständige Amtsvorsteher Erich Büsser. Ein wichtiges Publikum sind auch die Touristen, «die zwar Mobiltelefone besitzen, jedoch nicht über kostenfreies WLAN verfügen».

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