Zum Hauptinhalt springen

Polizei räumt AKW-Blockade

mühlebergGestern blockierten Anti-Atom-Aktivisten die Zufahrt zum AKW. Die friedliche Aktion sollte die Revisionsarbeiten am Werk behindern. 26 Personen wurden festgenommen.

Mit lachenden Sonnen auf den Fahnen sassen sie gestern im strömenden Regen: Anti-AKW-Aktivisten versperrten gestern mit einer Sitzblockade in Mühleberg den Weg zum AKW. Ziel der Aktion war, die Revisionsarbeiten am Atomkraftwerk gewaltfrei zu stören und so dessen Wiederinbetriebnahme zu verhindern. Die Gruppierungen «Mühleberg Aussitzen» und «AKW-Ade» finden die Sicherheitsmassnahmen der BKW «unsinnig» und das atomare Risiko zu gross. Sie fordern: die Abschaltung des AKW Mühleberg. Um die Arbeiter auf ihrem Weg abzufangen, blockierten Aktivisten frühmorgens die Verzweigung Atom-/Wasserkraftwerk bei Buttenried. Die Kantonspolizei war rasch vor Ort, hielt sich aber im Hintergrund, als sich die rund 30 Personen aller Altersschichten auf der Strasse niederliessen, Kaffee tranken und das Zmorge assen. Viele von ihnen hatten sich bereits am Vorabend in Mühleberg getroffen und in Zelten übernachtet. Im Verlauf des Vormittags kamen etwa 30 weitere Personen hinzu, ein Teil der Gruppe war schon im Anti-AKW-Camp vor dem BKW-Hauptsitz in Bern aktiv. Man sass, diskutierte und hörte Musik – natürlich direkt ab Solarzelle. Ein Hintertürchen blieb frei Der BKW-Mediensprecher Antonio Sommavilla nahm die Aktion am Mittag vor Ort «mit Kopfschütteln» zur Kenntnis. Da die Blockade angekündigt worden sei, sei man nicht überrascht. Behinderungen des sonntäglichen Arbeitsbetriebs erwähnte Sommavilla keine. Es sei dafür gesorgt, dass die Arbeiter am Montag bestimmt arbeiten könnten. Sommavillas Argument, dass die Bauarbeiten der Sicherheit des Kraftwerks dienten, liessen die Demonstranten nicht gelten. «Die Massnahmen sind völlig ungenügend und sollen bloss die Bevölkerung blenden», ist Jürg Joss, Präsident des Vereins «Mühleberg Verfahren», überzeugt: «Die Reaktoren der Werke Mühleberg sowie Beznau gehören zu den ältesten der Welt», sagt er. Gravierende Mängel würden mit den aktuellen Arbeiten keineswegs behoben. «Die atomare Gefahr darf nicht vergessen gehen», sagt eine 52-jährige Aktivistin. «Es soll keine Hintertürchen mehr geben.» Eben ein solches liessen die Aktivisten den BKW-Mitarbeitern und Anwohnern jedoch mit der Anfahrt via Staudamm – über ihn konnten PW problemlos zum Werk gelangen. Erst am Nachmittag teilte sich die Gruppe auf und versperrte auch den Anfahrtsweg über das Stauwehr. Geldbusse für die Verhafteten Auf die zweite Sitzsperre reagierte die Polizei jedoch prompt. Sie forderte die Aktivisten auf, die Strasse freizugeben, und drohte mit der Zwangsräumung. Daraufhin zogen sich einige Aktivisten zurück, 26 blieben sitzen. Diese trug die Polizei einzeln weg und fuhr sie im Kastenwagen auf die Polizeiwache in Bern. Sie leisteten keinen Widerstand. Nach der Räumung lösten die verbleibenden Demonstranten die erste Sperre von selbst wieder auf. «Wir sind mit dem Verlauf zufrieden», sagt deren Sprecherin Alexandra Hottinger. Auf den Fall einer Räumung hatten sich die Aktivisten in mehreren Aktionstrainings vorbereitet. «Wir wollten eine gewaltfreie Blockade, und die haben wir gemacht.» Die Verhafteten wurden gestern Abend nach einer Befragung wieder freigelassen. Sie werden mit Geldstrafen gebüsst. Das AKW Mühleberg soll Ende Monat wieder ans Netz gehen. Martina Kammermann >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch