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Passive Reaktivierte in Thun

rollhockeyThunerstern, das steht nach dem Wochenende fest, spielt auch nächste Saison in der Nationalliga A. Darauf einbilden kann sich

Im Grunde experimentiert der SC Thunerstern gegenwärtig. Er schaut, wozu noch fähig ist, wer eigentlich längst zurückgetreten ist oder zumindest in Aussicht gestellt hat, es gemächlicher anzugehen. Das Team, das eben den Ligaerhalt sichergestellt hat, ist gespickt mit alternden Könnern, die es noch mal haben richten müssen. Die Berner Oberländer hatten in der Qualifikation grösste Schwierigkeiten, als sie auf den Nachwuchs setzten. Sie belegten den letzten Platz. Bruno Lehmann, damals in der Funktion des Trainers, schnürte in einem Training erstmals seit dreijähriger Pause wieder die Rollschuhe; er wollte wissen, was er noch taugt. Das Resultat war gleichermassen erfreulich wie ernüchternd. «Ich gehörte gleich wieder zu den Besten. Da dachte ich: ’Etwas muss sich tun.’» Seither fungiert der 35-Jährige als Akteur, das Amt des Coaches übertrug er Vater Peter Lehmann, der als Sportchef gearbeitet hatte. Michael Müller, Raphael Röllin, Reto Gempeler und René Lehmann wurden gebeten, sich wieder zur Verfügung zu stellen. Sie haben Familie oder berufliche Verpflichtungen.Und gleichwohl zugesagt. «Sie alle haben ein Herz, das für Thunerstern schlägt, und mochten nicht mitansehen, wie sich der Verein klanglos in die Bedeutungslosigkeit verabschiedet», sagt Bruno Lehmann. Die «Alten», die 2005 Meister wurden und noch 2008 hinter Genf das schweizweit klar beste Team stellten, verdrängten etliche der Jungen. Nun, was sind sie noch zu leisten imstande, die Verdienstvollen? Sie sicherten dem Verein den Verbleib in der Nationalliga A. «Insofern haben wir das Ziel erreicht», sagt Bruno Lehmann. Sein Vater Peter sagt: «Wir hatten uns etwas mehr erhofft, glaubten, wir würden besser abschneiden.» Rang vier belegen die Thuner. Sie liessen einzig potenzielle Aufsteiger hinter sich und konservierten damit lediglich den letzten Platz in der höchsten Spielklasse. Bruno Lehmann sagt: «Würden wir in dieser Zusammensetzung andauernd trainieren können – wir spielten nächste Saison um den Titel.» Viele besuchen zum Leidwesen von Vater und Trainer Lehmann bloss eine Übungseinheit die Woche. «Das macht es schwierig.» Einigen, sagt Peter Lehmann, sehe man den Rückstand an. Am Sonntag verlor Thun 1:6 daheim gegen Uri. Die Oberländer hatten gerade in der Startphase ein Chancenplus gehabt, trafen aber allenfalls die Torumrandung. Auch grösste Gelegenheiten liessen sie aus. «Das Pech scheint uns in dieser Saison gewiss», klagt Bruno Lehmann, der sich immer wieder in Szene setzte, vor dem Gehäuse aber gleichfalls scheiterte. Der Ursprung der Schwäche: Das Team ist nicht eingespielt. Möglichkeiten entstehen häufig aus Alleingängen. Theoretische Anspielpartner verhalten sich passiv. Und wer einen Sololauf hinter sich hat und mangels Training nicht der Fitteste ist, der schliesst naturgemäss nicht konzentriert genug ab. So hielt Peter Lehmann nach der Partie nicht zu Unrecht fest, eigentlich die bessere Mannschaft zu haben. Bloss: Besagtes Team hatte eben eine Klatsche eingefangen und die Zuschauer verärgert. Die Diskrepanz zwischen Interessierten und dem Team ist in Thun dieser Tage gross. Einig ist man sich bloss darin: Die alte Garde soll es nicht wieder richten (müssen). Die «Sterne» halten Ausschau nach Spielern.Adrian Horn>

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