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Papierfabrik als Kirche

UtzenstorfAm Regio-

«Wir suchen immer einen besonderen Ort, um unseren jährlichen Regio-Gottesdienst abzuhalten», so der Utzenstorfer Pfarrer Reto Beutler. Heuer war es die Abfertigungs- und Speditionshalle der Papierfabrik Utzenstorf, die seit 1892 ein wichtiger Arbeitgeber der Region ist. Dank der Hinweistafeln fand sich der Weg in die Fabrikhalle leicht. Da stand ein Trupp Verkehrsregler in oranger Weste: die Pfarrherren und eine -dame. Sie eilten herbei, um die hereinströmenden Besucher zu begrüssen, und ihnen einen Platz im Industriegebäude zuzuweisen. Hier harrten ihrer unbequeme Festbänke ohne Lehne statt edlen Holzgestühls, grelles Neonlicht statt stimmungsvollen Dämmers – und hoch über dem Kopf Metallschienen statt gotischer Deckengewölbe. Durchs offene Fabriktor strömte frische Luft, einzudösen war kaum möglich. Auf dem internen Geleiseanschluss standen Bahnwaggons, heute beladen mit Herrlichkeiten für den Apéro. Doch vorerst galt es, dem überraschungsvollen Predigtprogramm des Pfarrerteams zu lauschen. Dem Ort entsprechend, handelte der Text vom Papier, seit über 2000 Jahren Träger unserer Erfindungen, Romane und Sinfonien, aber auch von Banknoten und Dokumenten. Mit dem Bibeltext «und siehe, wir machen alles neu» leitete Reto Beutler über zum Altpapier, das hier zu neuem Zeitungspapier verarbeitet wird, womit uns wiederum die Neuigkeiten des Tages übermittelt werden. Anstatt von brausenden Orgelklängen wurde das Wort umrahmt von groovigem Saxofonspiel. Den schätzungsweise 150 Besuchern gefiel der ungewöhnliche Anlass. Die grösstenteils älteren Herrschaften gaben an, teilweise aus lauter Neugierde gekommen zu sein. Gertrud Lehmann>

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