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Offenbar dämmerts allmählich

Ausgabe vom 6.November «Rat bejaht Parkplatz auf der Matte» «Es tagt, der Sonne Morgenstrahl weckt jede Kreatur…». So beginnt ein schönes Volks- und Morgenlied von Werner Gneist. Interpretiert man den Bericht des «Thuner Tagblatts» über die Stadtratssitzung von letzter Woche, so kann man feststellen, dass es auch im Stadtrat bezüglich der geplanten Überbauung Schadaugärtnerei zu tagen beginnt. Man wird sich im Rat allmählich der Konsequenzen bewusst, die mit der Realisierung des Vorhabens in einem historischen Quartierteil geschaffen werden. Wohlverstanden in unmittelbarer Nachbarschaft zur über 1200-jährigen Scherzligkirche, einem nationalen Baudenkmal notabene. Und um geschützte Ökonomiebauten der Schadaugärtnerei herum besteht die Absicht, sieben Wohnkuben im Stil des heutigen architektonischen Einheitsbreis hinzuklotzen. Gewiss, der Zonenplan lässt dies zu. Alle verantwortlichen Akteure können sich so hinter der Legalität verstecken. Die Frage darf, nein, muss gestellt werden, ob diese sich bewusst sind, welchen qualitativ hochstehenden Naherholungsraum sie mit ihrem Vorhaben beeinträchtigen und der regionalen Bevölkerung für Generationen entziehen? Besteht bei den «Machern» und in der Bevölkerung Klarheit darüber, dass hier einer der nennenswerten Kraftorte rund um den Thunersee unwiderruflich in Mitleidenschaft gezogen, zerstört oder mindestens beeinträchtigt wird? Ja, dieser letzte Aspekt hätte schon bei der Zonenplanung als bedeutsam eingestuft werden und seine Berücksichtigung finden sollen. Ein Parallelfall befindet sich beim Tempelbezirk in Allmendingen. Auch dort wurde seitens der Politik den Besonderheiten des Ortes nicht mit dem angemessenen Respekt begegnet und drauflosgebaut. So werden laufend Chancen vertan, würdige Orte für nachfolgende Generationen zu erhalten, die mit grosser Gewissheit wieder mehr Verständnis und Gefühl für diese mystischen Schätze aufbringen werden. Solche Orte vermitteln Kraft, bedeuten Heimat, Identifikation und werden der Bevölkerung zukünftig fehlen, um in nächster Nähe Energie tanken und Ruhe finden zu können. Und genau darum geht es den rund fünfzig Einsprechenden. Sie möchten das an den (bald übernutzten?) Schadaupark angrenzende Areal für eine Nutzung reserviert haben, die der Bevölkerung in Zukunft zur Verfügung gestellt werden kann und deren erforderliche Bauten mit dem Bestehenden verträglicher sind. Nun, es haben noch keine Einspracheverhandlungen stattgefunden, und die Baubewilligung wurde noch nicht erteilt. Es ist die Zeit vorhanden, das Ganze nochmals zu überdenken. Deshalb sind die kommunalen sowie kantonalen Politiker und Instanzen aufgerufen, über die Bücher zu gehen und auf das Vorhaben zu Gunsten und im Sinne der Nachhaltigkeit zu verzichten (bei den Wahlen nächstes Jahr nicht mehr antretende Exekutivpolitiker sind gut beraten, beim anstehenden Bewilligungsentscheid in den Ausstand zu treten!). Die im Raum stehende Entschädigungsfrage ist mit etwas Innovation bestimmt lösbar und sollte nicht ein Hindernis darstellen. Hans KummerThun >

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