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Öffentliche Hand als Partner

SpiezDie 150.Hauptversammlung der Sektion Thun des Handels- und Industrievereins des Kantons Bern stand ganz im Zeichen wirtschaftspolitischer Standortbestimmungen. Gastredner war der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz.

«2010 geht als positives Jahr in die Wirtschaftsgeschichte ein», sagte Reto Heiz, Präsident der Sektion Thun des Handels- und Industrievereins (HIV) des Kantons Bern, an der 150.Hauptversammlung im Hotel Eden in Spiez. Der 2009 nach der Krise eingetretene Aufschwung habe sich im letzten Jahr fortgesetzt und der Exportindustrie einen steigenden Auftragseingang beschert. Infolge der Euro- und Dollarschwäche hätten sich die Rahmenbedingungen jedoch wieder getrübt. Heiz erwähnte auch die Katastrophe in Japan und die Ereignisse in der arabischen Welt. Für unabhängige Notenbank «Verschiedentlich wird der Ruf laut, Notenbank oder Regierung sollten etwas gegen den starken Franken tun», meinte Heiz weiter. Eine starke Währung widerspiegle aber die wirtschaftliche Potenz einer Region, ist er überzeugt. So vermag er dem Vorschlag eines Gewerkschaftsökonomen, den Schweizer Franken an den Euro zu binden, nichts abzugewinnen. Dies würde nur den Spekulanten Tür und Tor öffnen. «Auch der Vorschlag des SVP-Chefdenkers, vermehrt politisch auf die Notenbank Einfluss zu nehmen, ist entschieden zurückzuweisen», sagte Heiz. Um eine nachhaltige Geldpolitik mit dem Ziel der Preisstabilität zu erreichen, brauche es eine politisch unabhängige Notenbank. Als entscheidenden Wettbewerbsfaktor für die jüngste positive Wirtschaftsentwicklung stuft Heiz die Personenfreizügigkeit ein. «Ohne gut ausgebildete Ausländer könnte ich mir den reibungslosen Ablauf in zahlreichen Industrien der Schweiz nicht vorstellen», gab er zu verstehen. Und er forderte die SVP dazu auf, ihren Standpunkt in dieser Frage zu überdenken. Politik mit der Wirtschaft Der neue Thuner Stadtpräsident, Raphael Lanz (SVP), schlug in seinem Gastreferat die Brücke von der Politik zur Wirtschaft. Dabei präsentierte er einige Überlegungen zu den wirtschaftspolitischen Herausforderungen der öffentlichen Hand. Der Stapi stellte fest, dass in der Wirtschaftskrise der 90er-Jahre Politik und Wirtschaft enger zusammengerückt seien. Als Beispiel nannte er den Wirtschaftsraum Thun (WRT). «Vielleicht müssen wir uns zuerst eher die Frage stellen, welche Rolle die öffentliche Hand grundsätzlich spielen kann beziehungsweise soll», sagte Lanz. Als eine der Voraussetzungen nannte er die Schaffung von guten Rahmenbedingungen. «Die Stadt Thun und der WRT bekennen sich zu einer starken Wirtschaft», unterstrich der Referent. Als Beispiele zählte er die Neugründerförderung, das Flächen-/Gebäudemanagement, Flexibilität, rasche Behandlung von Projekten und die Unterstützung der Unternehmer durch WRT und Stadtmarketing auf. Steuersenkungen werden von Lanz befürwortet, aber nur, wenn diese aufgrund des Finanzplans verantwortet werden können. Seine Schlussfolgerung: «Es ist wichtig, dass sich die öffentliche Hand und die Wirtschaft als Partner und nicht als Konkurrenten sehen.» Manfred Jakob verabschiedet Die rund 100 Anwesenden bestätigten Reto Heiz für weitere drei Jahre als Präsident, ebenso die Vorstandsmitglieder Charlotte Frieden, Daniel Keller, Louis Krebser, Dieter Schöni, Heinz Sollberger, Beat Steuri und Heiner Straubhaar. Der vor einem Jahr als Präsident zurückgetretene Manfred Jakob verabschiedete sich definitiv aus dem Vorstand, welchem er seit 1985 angehörte. Die Jahresrechnung 2010 der Sektion schliesst bei einem Aufwand von 76559 Franken mit einem Gewinn von 417 Franken ab. Das 150-jährige Bestehen der HIV-Sektion Thun wird am 18.August im neuen Thuner Stadion gefeiert. Hans Koppwww.bern-cci.ch >

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