Zwischen Sturm und Spektakel

Spiez

Auf die Zerstörung vom Freitag folgten zwei gelungene Tage: Rund 10'000 Besucher wohnten dem siebten Beachsoccer-Anlass in Spiez bei. Die Schweiz besiegte Frankreich deutlich.

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«Beachsoccer à Spiez, c’est le vrai paradis . . .» Dass der Strandfussball in Spiez paradiesisch sei, tat einst Fifa-Worldplayer Heimanu Taiarui aus Tahiti kund. Davon ist am Freitagabend um 18.45 Uhr für einige bange Minuten aber rein gar nichts zu spüren: Endzeitstimmung herrscht, als ein heftiger Sturm mit Böen von bis zu 120 km/h durch die Bucht fegt und mitreisst, was nicht niet- und nagelfest ist: Leichtmetallzelte des Foodfestivals wirbeln durchs Gelände, geben ein jämmerliches Bild ab, Esswaren liegen über den Boden verstreut, die Holzstütze eines Zeltes, das bereits fürs Seaside Festival vom Wochenende aufgestellt wurde, bricht entzwei.

Nur mit Glück bleiben, nebst zwei Bagatellen, alle unverletzt. Publikum und Spieler des Showmatchs FC Spiez - FC-Thun-Legenden (mit Trainer Marc Schneider und Sportchef Andres Gerber) können sich in Sicherheit bringen. Nach Minuten der Zerstörung folgt für den Werkhof und die Spiezer Feuerwehr das grosse Aufräumen, der Anlass wird abgebrochen. Hat man sich ausreichend auf das Starkgewitter, das angekündigt war, vorbereitet? «So etwas habe ich nie zuvor gesehen», sagt Organisator Stefan Seger, ein arrivierter Segler, später. «Das war Naturgewalt, gegen die man sich nicht besser absichern konnte.»

Der Spiez-Marketing-Chef ist froh, wurde rechtzeitig evakuiert. «Die Schäden lassen sich noch nicht beziffern, dürften aber sicher 50'000 Franken betragen.» Unter anderem Zelte, Autos, Kücheneinrichtungen sowie Teile der Buchtinfrastruktur seien in Mitleidenschaft gezogen worden. Seger: «Die Verhandlungen mit den Versicherungen werden wohl nicht einfach werden – wir hoffen auf deren Kulanz.»

«Super» – trotz allem

Dass nach dem Regen bekanntlich die Sonne scheint, zeigt sich ab Samstag, an welchem die Liga-Finalspiele ausgetragen werden. «Das Foodfestival wurde mit allen 15 Anbietern fortgesetzt», freut sich Seger. Der Werkhof hat ihnen morgens Ersatzzelte aufgestellt.

Am Sonntag, pünktlich zum Auftritt der Schweizer Nationalmannschaft gegen Frankreich, strahlt die Sonne wieder prall und prächtig. Erst werden Kinder an einem Sponsorentraining von Natistars und Coach Angelo Schirinzi ins Einmaleins des Beach­soccers eingeführt, dann bekommen die westlichen Nachbarn die Schweizer Spielstärke zu spüren: In einem packenden Spiel setzen sich die «Sandgenossen» (Nr. 7 der Welt) gegen die Franzosen (29) standesgemäss mit 6:2 Toren durch.

«Die Länderspiele in Spiez sind für uns stets der Höhepunkt zum Saisonschluss», frohlockt Natigoalie Valentin Jäggy, Vizeweltmeister von 2009, nach Spielschluss. Nach stürmischen wie spektakulären Momenten zieht Stefan Seger «eine sehr positive Bilanz mit gegen 10'000 Besuchern wie im Vorjahr, toller Stimmung und zufriedenen Gastronomen». Ja, beinahe ein wenig paradiesisch. Jürg Spielmann

sp/jss/sda

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