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Zeller ist die dritte Ratspräsidentin

Mit einem Stimmenanteil von 58,5 Prozent wird Beatrice Zeller neue Gemeinderatspräsidentin von Zweisimmen und Nachfolgerin von Ernst Hodel. Für Verlierer Hans-Jörg Pfister bleibt ein unguter Nachgeschmack.

Beatrice Zeller-Maurer ist die neu gewählte Zweisimmer Gemeinderatspräsidentin.
Beatrice Zeller-Maurer ist die neu gewählte Zweisimmer Gemeinderatspräsidentin.
PD

Das Wahlergebnis war mit grossem Interesse erwartet worden. Könnte der umtriebige und furchtlose Herausforderer Hans-Jörg Pfister der favorisierten langjährigen Gemeinderätin Beatrice Zeller-Maurer fürs Gemeinderatspräsidium gefährlich werden? Würde der ehemalige FDP-Grossrat und seit Anfang 2018 unabhängig politisierende 73-Jährige gegen die 53-jährige Ressortleiterin Gesundheit und Soziales eine Chance haben?

Die Zahlen am Sonntag sagten es nicht krass, aber doch deutlich: Pfister fehlten in der Endabrechnung 198 Stimmen. Er unterlag mit 483 zu 681 Stimmen und damit mit einem Anteil von 41,5 zu 58,5 Prozent der Stimmen. 1164 hatten sich an die Urne begeben oder die Wahlzettel frühzeitig verschickt. Das sind immerhin 53,1 Prozent der stimmberechtigten Bevölkerung.

Damit unterliegt Pfister, der in früheren Jahren schon Anne Speiser (2006 bis 2013) vergeblich herausgefordert hatte, schon zum zweiten Mal im Rennen ums Ratspräsidium, das 25 Stellenprozent beträgt. Und Beatrice Zeller ist bereits die dritte Frau, die in Zweisimmen dieses Amt bekleiden wird. Kathrin Münger war von 2002 bis Ende 2005 die erste Gemeinderatspräsidentin der Obersimmentaler Gemeinde.

«Die Themen weiterführen»

Beatrice Zeller wird somit Nachfolgerin von Ernst Hodel (BDP, seit 2014), der angekündigt hatte, er werde im Laufe seiner zweiten Legislatur vorzeitig zurücktreten. Und so freute sich Beatrice Zeller am Sonntag über ihre Wahl.

«Es ist motivierend, nicht nur einen Vorsprung von ein paar Stimmen zu haben. Das spornt mich zusätzlich an.»

Beatrice Zeller-Maurer, neu gewählte Gemeinderatspräsidentin von Zweisimmen

Dass die Leute auch wirklich wählen gegangen sind, sei das Wichtigste, meinte sie: «Es ist motivierend, nicht nur einen Vorsprung von ein paar Stimmen zu haben. Das spornt mich zusätzlich an. Einen Grund zum Zurücklehnen gibt es so oder so nicht.» Sie kann die Kontinuität gewährleisten und dafür sorgen, dass «die anstehenden Gemeindethemen und die gute Zusammenarbeit im Rat weitergeführt werden».

Ein paar personelle Änderungen in der Exekutive gibt es mit dem seit September einsitzenden Thomas Näf und Sylvain Regamey für Daniel Dumont ab Januar. Ab Februar gedenkt sie, ihre angekündigte monatliche Sprechstunde einzuführen. Für die Gesundheitsversorgung sei der Zeitplan noch nicht genau definiert.

Der Verwaltungsrat des Gesundheitsnetzwerks GSS (Gesundheit Simme-Saane) werde via Bergregion Obersimmental-Saanenland im Laufe des nächsten Jahrs auf die Gemeinden zukommen, sodass entschieden werden könne, wie es 2021 konkret weitergeht. Als Nächstes stehe für Zeller die Weiterführung der Schulsozialarbeit nach der Projektphase an, worüber die Gemeindeversammlung am 13. Dezember bestimmen wird.

«Ich wurde nicht begrüsst»

Und der Wahlverlierer? Er akzeptiert das Ergebnis. «Ich habe nie wirklich mit der Wahl gerechnet», sagt Hans-Jörg Pfister. Unfair fand er indessen, dass im Wahlcouvert nur ein Flyer von Beatrice Zeller beigelegt gewesen war.

«Ich kenne einige Leute, die sehr gefrustet waren, dass man mir die Möglichkeit eines Flyers nicht angeboten hat.»

Hans-Jörg Pfister, unterlegener Herausforderer im Kampf ums Zweisimmer Gemeinderatspräsidium

«Ich wurde gar nicht begrüsst. Bei Publikationen sieht Artikel 20 vor, dass die Kandidaten bei Wahlen gleich behandelt werden. Ich kenne einige Leute, die sehr gefrustet waren, dass man mir die Möglichkeit eines Flyers nicht angeboten hat.»

Unternehmen werde er allerdings nichts. Erreicht habe er immerhin, dass es zu einer Wahl kommt. «Davon und von der Fairness lebt die Demokratie.» Tritt er in zwei Jahren bei den Gesamterneuerungswahlen nochmals an? «Nein», aber er werde versuchen, dass jemand anderes zur Wahl antreten kann. «So jemanden muss man aufbauen.» Pfister wird fortgesetzt in der IG Spitalversorgung aktiv bleiben. Eine Spitalgruppe mit Interlaken, Frutigen und Zweisimmen hat er weiterhin im Visier.

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