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Wohnungen für Einheimische sichern

Wie soll mit Zweitwohnungen, zu denen permanent kurzzeitig vermietete Wohnungen gehören, umgegangen werden? Die Mitwirkung zum Vorschlag des Gemeinderats läuft.

Blick durch den Wald aufs Schulhaus und einen Teil des Dorfes von Ringgenberg.
Blick durch den Wald aufs Schulhaus und einen Teil des Dorfes von Ringgenberg.
Anne-Marie Günter

«Wir haben ein enges Zeitprogramm», sagte Gemeindepräsident Samuel Zurbuchen an der Informationsveranstaltung im Gemeindehaus Goldswil. Am 8. März 2019 hat der Gemeinderat eine Planungszone für die Einschränkung von Zweitwohnungen erlassen. Sie gilt für zwei Jahre, und während dieser Zeit soll über das Baureglement die gewünschte Entwicklung definiert werden. Entscheiden, welche Regelungen sinnvoll sind, werden letztlich die Stimmberechtigten.

Eine Grenze ist mit der Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative allerdings gesetzt: Der Anteil an Zweitwohnungen darf höchstens 20 Prozent sein; in Ringgenberg beträgt er aktuell 18,1 Prozent. «Wir sind eine Wohn- und Tourismusgemeinde», sagte Zurbuchen. Den neuen Buchungsplattformen – als grösste ist meist Airbnb im Gespräch – steht die Gemeinde grundsätzlich nicht negativ gegenüber.

Der Anreiz, solche Wohnungen zu besitzen und zu bauen, sei aber gross. Eine so vermietete Zweizimmerwohnung im Oberland bringe eine Rendite von 14 Prozent, und die Raiffeisenbank empfehle laut der «Basler Zeitung», Wohnungen über Buchungsplattformen zu vermieten. Eine Teilnehmerin der Infoveranstaltung wusste von einem Haus in Interlaken, in dem den langjährigen Mietern gekündigt wurde, um es für die kurzfristige Vermietung umzubauen.

Anteil wird eingeführt

Die Vorschläge der Gemeinde, die Christian Kilchhofer von der Firma Ecoptima vorstellte, sind eher moderat. Alles, was bisher Zweitwohnung war, und alles, was bisher permanent kurzfristig vermietet wurde, unterliegt den neuen Regeln nicht. Neu wird zonenweise ein Erstwohnungsanteil eingeführt. Er beträgt in den Wohnzonen 60 Prozent, in den weniger empfindlichen Zonen wie Dorfkernzonen, gemischte Zonen und Gewerbezonen 50 Prozent.

Bei allfällig neu eingezonten Wohnzonen wie zum Beispiel Schufla-Chrütz-Hofstatt soll er 70 Prozent betragen, damit sie mit Wohnungen für Einheimische und nicht mit Resorts überbaut werden. «Wir haben drei Kindergärten und eine gute Schule, und die Kinderzahl geht zurück», sagte Samuel Zurbuchen. Der Erstwohnungsanteil ist pro Gebäude selbstständig einzuhalten. Er ist im Grundbuch einzutragen.

Kurzfristige Vermietung

Der Knackpunkt des Baureglementsentwurfs, das zeigte die Diskussion, dürfte Absatz 5 im Artikel 53 sein: «Zur Verhinderung von störenden Immissionen in den Wohnzonen und zur Sicherung von genügend preiswertem Wohnraum für die Bevölkerung wird die kurzzeitige Vermietung von Wohnungen über Buchungsplattformen wie Airbnb und dergleichen in der Wohnzone untersagt.»

Als kurzfristig gilt eine Vermietung, wenn sie weniger als fünf aufeinanderfolgende Nächte beinhaltet. Eine Garantie, dass damit weniger Lärm entstehe, sei die längere Aufenthaltsdauer nicht, fand eine Teilnehmerin. Die Frage stand im Raum, wie das kontrolliert werden solle. Zurbuchen setzt da auf die Baubehörde und auf aufmerksame Nachbarn. Mit der bereits bewilligten Änderung des Kurtaxenreglements sind Häuser, in denen zahlende Gäste beherbergt werden, in Zukunft aussen beschriftet.

Bis zum 20. Januar kann die Bevölkerung schriftlich mitwirken. Die Eingaben werden ausgewertet, bevor die Baureglementrevision zur Vorprüfung nach Bern geschickt wird. Die öffentliche Auflage ist für September 2020 geplant, im November soll dann die Gemeindeversammlung entscheiden. Nach der Genehmigung durch das Amt für Gemeinden und Raumordnung würde die Planungszone aufgehoben.

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