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Wiedmers freuen sich auf den Brunch

Familie Wiedmer macht seit 25 Jahren mit beim 1.-August-Brunch. Bis zu 300 Gäste bedeuten Ausnahmezustand auf der Alp im Diemtigtal. Wie ist so etwas zu bewältigen?

Familie Wiedmer in ihrer Sennhütte: Barbara und Arnold mit Schwiegertochter Romy (links) sowie den Enkelkindern Lea und Adrian.
Familie Wiedmer in ihrer Sennhütte: Barbara und Arnold mit Schwiegertochter Romy (links) sowie den Enkelkindern Lea und Adrian.
Claudius Jezella

Einmal im Jahr ist es mit der Beschaulichkeit auf Alp Menigwald vorbei. Dann bekommt Familie Wiedmer hundertfachen Besuch. Wo sonst die 18 Kühe grasen, stehen sauber aufgereiht die Autos aus dem ganzen Oberland, aus Thun, Bern und einige mit ausländischen Kennzeichen. Da der Platz rar ist, gilt eine strenge Parkordnung. Doch das Parkteam findet letztlich für jedes Fahrzeug einen geeigneten Platz.

Auch an den Tischen und Bänken heisst es: eng zusammenrücken. Doch das tut der guten Laune keinen Abbruch. Wer den 1.-August-Brunch bei der Sennhütte Menigwald besucht, weiss, was ihn ­erwartet: keine üppigen Platzverhältnisse, dafür ein umso reichhaltigeres Buffet und in Barbara und Arnold Wiedmer routinierte Gastgeber.

«Wir haben eine ganze Reihe von Stammgästen», sagt Barbara Wiedmer. Einige seien von Anfang an dabei. Und dieser Anfang liegt 25 Jahre zurück. Damals beschloss das Ehepaar Wiedmer gemeinsam mit den Familien Wampfler-Haueten und Wampfler-Ennetchirel, sich an der soeben ins Leben gerufenen Aktion zu beteiligen und am Nationalfeiertag Gäste auf ihrem Hof im Meniggrund zu bewirten. «Wir fanden die Idee gut», meint Arnold Wiedmer rückblickend, und das sei auch heute noch so. «Der 1.-August-Brunch ist einfach ein festes Datum für uns. Ich wüsste gar nicht, wie wir damit irgendwann einmal aufhören sollen.»

«Bauern und Nichtbauern»

Im Laufe der Jahre haben Wiedmers den Standort für den Brunch in die Sennhütte auf der Alp Menigwald auf 1600 Metern über Meer verlegt, aber sonst hat sich eigentlich nichts geändert. Die Gäste kommen gern, und die Gastgeber freuen sich darüber und über den Kontakt zwischen «Bauern und Nichtbauern», wie Arnold sagt, auch wenn die Zeit manchmal etwas knapp sei. Schliesslich rechnen Wiedmers auch in diesem Jahr mit mindestens 150 Gästen, aus denen bei entsprechenden Wetteraussichten schnell aber auch 250 bis 300 werden könnten. «Einige entscheiden das ganz kurzfristig», weiss Barbara. «Wir hatten auch schon Anfragen am gleichen Morgen», ergänzt Schwiegertochter Romy.

Sie wird mit ihrem Mann Andreas und den Kindern Lea und Adrian ebenfalls den ganzen Tag im Einsatz stehen. Das gilt auch für die anderen Wiedmer-Kinder David, Lisa, Anna und Pia sowie weitere Geschwister der Eltern, Nachbarn und Bekannte. Insgesamt bis zu 20 Helfer werden den ganzen Morgen das Buffet auffüllen, Getränke einschenken, Rösti braten und viele, viele Teller spülen. «Wir haben ja keine Spülmaschine hier oben», erklärt Barbara, deren Brunchvorbereitungen bereits am Vortag beginnen.

Ab 6 Uhr wird der Holzbackofen vor dem Haus befeuert und den ganzen Tag lang mit Brot und Hefezöpfen gefüttert. Denn wer zum Brunch auf den Bauernhof kommt, bringt erfahrungsgemäss grossen Hunger mit. Im Schnitt verputzen die Gäste 180 Spiegeleier, 40 Kilo Rösti, 25 Kilo Zöpfe, 20 Kilo Brot, 10 Kilo Hobelkäse, 80 bis 100 Liter Milch, 70 Liter Kaffee, 40 Liter Süssmost, 40 Kilo Joghurt, 4 Kilo Butter, dazu Mutschli, Ziegenkäse, Trockenfleisch und Wurst aus eigener Haltung. Und es bleibt kaum etwas übrig.

Reicht es auch diesmal?

Im Laufe des Tages weicht die bange Frage, ob es denn auch diesmal wieder reicht, der Genugtuung, ein guter Gastgeber gewesen zu sein. Dann leeren sich die Reihen zufriedener Besucher, die versprechen, auch im kommenden Jahr wieder zu kommen. Und in geordneten Bahnen machen sich die vielen Autos auf die kurvige Rückreise hinunter ins Diemtigtal. Oben wird noch aufgeräumt, und am Abend wird der Nationalfeiertag mit einem Fest und einem zünftigen Höhenfeuer für Freunde und Helfer beendet. Dann wird es wieder ruhig auf der Alp Menigwald – bis zum nächsten Jahr.

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