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Wer rodete verbotenerweise entlang der Flaniermeile?

Am beliebten Strandweg zwischen Spiez und Faulensee haben Unbekannte illegal Gehölz gerodet. Doch nicht nur in Spiezer-Bucht-Nähe gab es jüngst Probleme – das bekamen deutsche Fussballgrössen zu spüren.

Entlang des Strandweges – im Hintergrund ist die Spiezer Bucht zu erkennen – ist über rund 120 Meter illegal gerodet worden. Foto: PD
Entlang des Strandweges – im Hintergrund ist die Spiezer Bucht zu erkennen – ist über rund 120 Meter illegal gerodet worden. Foto: PD

Es muss zu nachtschlafender Zeit passiert sein. «Festgestellt haben wir es am Freitag, wir wissen aber nicht, ob sich die Vorfälle in der Nacht auf Donnerstag oder Freitag zugetragen haben», erklärt Markus Schärer. Der Chef des Werkhofs Spiez bestätigte am Montag auf Anfrage, dass es am Strandweg zwischen Spiez und Faulensee – im Bereich der Bucht – zu illegalen Rodungen gekommen ist. Auf einer Distanz von rund 120 Metern wurde verschiedenes Gehölz am Wegrand entfernt: Buschrosen, Weiden oder auch Haseln.

Schärer glaubt, dass ein Fuchsschwanz oder eine andere Art von Handsäge zum Einsatz gekommen ist. Der Lärm einer Motorsäge wäre, in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern, aufgefallen. Der Flanierweg befindet sich im Besitz der Gemeinde. Im kantonalem Baugesetz ist der See samt Hecken und Bäume als schützenswert vermerkt. Mit der illegalen Aktion wurde also übergeordnetes Gesetz verletzt.

Am Montag erstattete Markus Schärer Anzeige – gegen unbekannt. Dies, damit gegen die nicht bekannte Täterschaft vorgegangen werden kann, sollte sie von den Ordnungshütern eruiert werden. Es ist ein Vorgehen, das die Gemeinde bei Vandalismus konsequent anwendet.

Kicker gingen baden

Auch bei der Polizei zur Anzeige gebracht hat Stefan Seger die jüngsten Vorkommnisse rund um drei lebensgrosse Holzskulpturen am Strandweg. «Dass die Figuren wiederholt und mutwillig beschädigt wurden, ist unsäglich», ärgert sich der Geschäftsführer der Spiez Marketing AG. In den vergangenen zwei Monaten seien diese «zwei- bis dreimal» in den See geschmissen worden. Oder sie wurden aus ihrer Verankerung gerissen und umplatziert. «Dabei wurden die Figuren beschädigt», so Seger.

Die Kunstobjekte, welche zwischen dem Schattenbad und der kantonalen Fischzucht stehen, sind 2014 zum 100-Jahr-Jubiläum des Strandweges von einem Motorsägekünstler erstellt worden. 60 Jahre nach dem 3:2-WM-Finalsieg über Ungarn, bestbekannt als «Wunder von Bern», wurden die deutschen Allzeit-Fussballhelden Fritz Walter, Helmut Rahn und Sepp Herberger in Holz verewigt.

Nicht ohne Grund: Die Legende besagt, dass Herbergers Elf den Weltmeistertitel 1954 nur dank dem guten Geist von Spiez – aufgesogen am Strandweg – gewonnen hat. Die Deutschen logierten damals im Strandhotel Belvédère.

Dort wird am kommenden 10. April eine 80-köpfige Delegation mit hochrangigen Fussballfunktionären erwartet, wie Stefan Seger weiss. Zur Verleihung des Sepp-Herberger-Diploms für Verdienste um den Fussball. Dann wird es am Strandweg auch wieder neue Holzfiguren geben: Der örtliche Kunstschnitzer Antonio Duarte ist dabei, die Herren Rahn, Walter und Herberger neu aufzulegen. Feiner ausgearbeitet als 2014 und auch bemalt, sollen die Holzkicker bei den Deutschen Eindruck machen. Und für Spiez beste Werbung.

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