Wenn die Autoren im Taxi lesen

Das Literaturfestival Literaare vom 2. bis zum 4. März soll bewegen: So setzen die Macherinnen und Macher auch auf neue Formate wie Lesungen im Zug oder im Taxi.

Das Literaturfestival Literaare steht unter dem Motto: Bewegung.

Das Literaturfestival Literaare steht unter dem Motto: Bewegung.

(Bild: fotolia)

Bewegung ist beim diesjährigen Literaare-Festival allgegenwärtig. So beginnt der Festivalsamstag auf dem Bahnsteig in Bern. Ein sogenannter Literaturexpress bringt das Publikum durch das Gürbetal nach Thun, während Martina Clavadetscher aus ihrem Roman «Knochenlieder» liest.

Die stetige Bewegung ist auch das Thema am Sonntag: Wer will, kann sich nämlich vor der Alten Oele in ein Taxi setzen und einem Autor oder einer Autorin zuhören, während draussen die Stadt vorbeizieht. «Wir haben uns überlegt, das Festival auszuweiten», erklärt Tabea Steiner von der Literaare-Geschäftsleitung. «Aber weil Thun für parallele Leseorte zu klein ist, sind wir aufs Taxi als exklusive Bühne gekommen, die gleichzeitig auch zum Thema der Bewegung passt.» In der Folge habe das Team auch die Idee mit dem Zug entwickelt: «Dieser Leseort bewegt sich ebenfalls», sagt Tabea Steiner, «aber mit dem ­klaren Ziel, Menschen von Bern ans Thuner Literaturfestival zu bringen.»

Preisgekrönte Autorin liest

Das Unterwegssein ist konkret auch das Thema des neuesten Romans von Sabine Gruber, die das Literaturfestival im Tertianum Thun am Freitag, 2. März, eröffnet. Die Autorin, die 2016 den ­österreichischen Kunstpreis erhielt, hat mit «Daldossi oder das Leben des Augenblicks» ein Buch über einen Kriegsreporter geschrieben.

Bruno Daldossi ist nicht nur ständig unterwegs, ihn treibt auch eine tiefe Unruhe, weil er die Bilder, die er gesehen hat, nicht vergessen kann. Die Schuld, die er auf sich geladen hat, indem er Bilder gemacht oder auch nicht gemacht hat, trägt er mit sich durch die halbe Welt.

Auch im Gespräch zwischen Kathy Zarnegin und Felix Philipp Ingold ist das Reisen zentral: Die zwei Schriftsteller unterhalten sich darüber, wie man sich eine neue Heimat aneignen kann, indem man eine neue Sprache lernt. Im Foyer schliesslich werden Graphic Novels von Matthias Gnehm gezeigt: eine erzählende Kunstform, bei welcher die Bilder die Bewegungen des Erzählten wiedergeben.

Bewegliches Bühnenbild

Und nicht zuletzt wird sich auch die Bühne in der Alten Oele bewegen: Der Thuner Künstler Hanswalter Graf gestaltet das Bühnenbild mit Material, das er im Theater vorfindet. Bei jeder Lesung passt er das Bühnenbild leicht an, sodass sich nicht nur der Inhalt der Lesung ändert, sondern auch das Erscheinungsbild. «Denn es ist die Bewegung, welche die Kunst am Leben hält», sagt Tabea Steiner zu den Überlegungen dahinter.

www.literaare.ch Vorverkauf: Orell Füssli, Bälliz 60, Thun, 033 225 45 45

Ticket Verlosung

Wir verschenken 5 x 2 Festivalpässe für das Literaturfestival Literaare von Freitag, 2., bis Sonntag, 4. März, an Abonnentinnen und Abonnenten.

Interessierte schreiben bis am Mittwochabend um 24 Uhr eine E-Mail an folgende Adresse (bitte vollständigen Namen und Adresse angeben): verlosungen@bom.ch

Die Gewinnerinnen und Gewinner werden ausgelost. Sie werden per Mail informiert.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt