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Weitsicht und Nebel im Herbst – warum?

Der Herbst hält Einzug. An gewissen Tagen ist einerseits die Fernsicht gut, andererseits breitet sich am Morgen häufiger Nebel aus. Wieso dies so ist, erklären hier zwei Wetterspezialisten.

Spieglein, Spieglein am Sustenpass: Die Vorwinterboten haben hier am Umpol auf 2000 Metern über Meer bereits Einzug gehalten.
Spieglein, Spieglein am Sustenpass: Die Vorwinterboten haben hier am Umpol auf 2000 Metern über Meer bereits Einzug gehalten.
Bruno Petroni
Diese Kurve am Sustenpass ist knapp über dem Nebel.
Diese Kurve am Sustenpass ist knapp über dem Nebel.
Bruno Petroni
Wetterfrosch Mario Slongo.
Wetterfrosch Mario Slongo.
Bruno Petroni
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Warum herrscht im Herbst oftmals die beste Fernsicht des Jahres? Der Fernsehmeteorologe Thomas Kleiber (Bild links) hat dafür folgende Erklärung: «In einem Hoch sinkt aus der Höhe trockene und meist auch ‹saubere› Luft nach unten, was die Luft klar macht.»

Im Sommer hingegen gebe es wegen der starken Sonneneinstrahlung thermische Aufwinde, welche aus den Tälern feuchte und «schmutzigere» Luft in die Höhe bringen; diese Thermik sei stärker als die generelle, sanfte Abwindbewegung des Hochs, weshalb dann oftmals ein dunstiger Horizont die klare Weitsicht verhindere. «Im Winterhalbjahr fehlt diese hoch reichende Thermik, der Dunst bleibt im Tal, und die Fernsicht in den Bergen ist entsprechend optimal.»

Das Phänomen Nebel in der kalten Jahreszeit erklärt Thomas Kleiber kurz und bündig wie folgt: «In den Tälern kühlt die Luft während der langen Nächte stark ab – oft so weit, bis die Luftfeuchte als Nebel auskondensiert. Dies funktioniert besonders gut bei schwachem Wind und vor allem Lufthochdruck, weil dann der Himmel klar ist, was zur stärkeren Abkühlung führt.

Mario Slongo (Bild rechts) war während 25 Jahren Wetterfrosch von Radio SRF 1 und ist Autor des Buches «Geht dem Wind die Luft nie aus?». Er ergänzt zum Thema Nebel: «Bei wolkenfreiem Himmel kühlt sich die Erdoberfläche nachts ab. Wenn in Bodennähe noch Grundfeuchtigkeit in der Luft herrscht, kommt bei der Abkühlung der Punkt, wo die Temperatur die noch vorhandene Feuchtigkeit nicht mehr halten kann.»

Es bilde sich Bodennebel. Dieser verschwinde, sobald die Luft am Morgen wieder wärmer werde. «Wenn die Luft dann trocken ist, haben wir bei kälterer Luft wie im Herbst und Winter eine entsprechend gute Fernsicht, denn bei gleicher Luftfeuchtigkeit nimmt die Sichtweite bei niedrigeren Temperaturen ab.»

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