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Waldpflege: Knochenarbeit, die allen dient

Der Borkenkäfer und die Feinerschliessung waren zwei der vier Themen, über welche die IG Wald, Holz, Natur Region Thunersee am Samstag im Seeholzwald orientierte.

Stefan Wenger, Einsatzleiter Forstbetrieb Sigriswil-Reutigen: «Äste und Sträucher schützen den Boden der Rückegasse.» Im Hintergrund ein Zugangschlepper.
Stefan Wenger, Einsatzleiter Forstbetrieb Sigriswil-Reutigen: «Äste und Sträucher schützen den Boden der Rückegasse.» Im Hintergrund ein Zugangschlepper.
Guido Lauper

«Die IG Wald, Holz, Natur Region Thunersee hat sich zum Ziel gesetzt, Waldeigentümern rund um den Thunersee eine professionelle Informationsplattform anzubieten», hatte Christoph Stucki in der Einladung an Waldbesitzer, Holzverarbeiter, Burger-gemeinden und den Kanton geschrieben. Also für alle Interessierten, «die in irgendeiner Form mit dem Forstbetrieb Sigriswil-Reutigen zusammenarbeiten.» Die Faszination für den Wald erlebten die Gäste am Samstag im Seeholzwald der Burgerbäuert Faulensee. Wobei sich die Referenten einig waren: «Die Erholungsfunktion des Waldes dient allen.»

Problematische Temperatur

6000 Kubikmeter Schadholz in harter Knochenarbeit waren laut Hansrudolf Scheuner, Revierförster Forstbetrieb Sigriswil-Reutigen (FBSR), dieses Jahr bereits zu verarbeiten gewesen, zwei Drittel davon Käferholz. Für den unter dem Namen «Buchdrucker» bekannten Käfer wirke sich die hohe Temperatur wie ein Brandbeschleuniger aus, sagte Scheuner und ergänzte: «Beim Transport des befallenen Holzes müssen wir sauber arbeiten, sonst können wir den Aufwand gleich vergessen.»

Zu möglichst kurzen Transportwegen gehört unter anderem das Anlegen von Rückegassen, was Stefan Wenger, Technischer Einsatzleiter des FBSR, anhand eines Beispiels zeigte. Das dafür gerodete Holz- und Strauchwerk dient als Unterlage, um Wurzeln und Waldboden beim Befahren mit dem Zugangschlepper möglichst zu schonen. Grosse und breite Räder verhindern das Verdichten der Oberflächen zusätzlich. «Bäume zum Ernten wiederum werden in unmittelbarer Nähe der Rückegassen angezeichnet», hielt Peter Amman, dipl. Forstingenieur von der Fachstelle Waldbau Lyss, fest.

Anhand einer vorgesehenen Verjüngung erklärte er den «Femelschlag», der sich über Jahre verteilt von einem inneren Kern kreisartig nach aussen bewegt. Um in den entstehenden Lücken Windschäden möglichst zu vermeiden, erfolgt der Femelschlag in der Regel von Ost nach West, wo grosse Bäume stehen gelassen werden.

Holzen am hängenden Seil

Zum Forstbetrieb Sigriswil-Reutigen selbst orientierte dessen Betriebsleiter Björn Weber. Im Forstbetrieb arbeiten derzeit 14 Spezialisten und vier Forstwartlehrlinge. Als Spezialaufträge im September führten die Mitarbeiter im Auftrag des Kantons Bern im Balmholz Sicherheitsholzungen am hängenden Seil mit Helikoptereinsatz aus, und in Seftigen kürzten sie die Baumkrone einer mächtigen Linde.

Infos: www.forstbetrieb.sigriswil-reutigen.ch

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