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Von legitimer Gewalt bis zur Bio-Pflaumenglace

16 Primanerinnen und Primaner der Saanenländer Filiale des Gymnasiums Interlaken stellten ihre Maturaarbeit vor. Die Themen: Mathematik und Mädchen, Objektivität in den Medien und das Widerstandsrecht.

Neben Gesellschaft und Philosophie auch Süsses: Damaris Raaflaub (ganz rechts) hat im Herbst ein Hoflädeli mit Bioglace aus Regionalprodukten aufgebaut, die ihre Mitschülerinnen sichtlich geniessen.
Neben Gesellschaft und Philosophie auch Süsses: Damaris Raaflaub (ganz rechts) hat im Herbst ein Hoflädeli mit Bioglace aus Regionalprodukten aufgebaut, die ihre Mitschülerinnen sichtlich geniessen.
Anne-Marie Günter

1975 warf die Geschichte hohe Wellen: In der Gemeinde Rougemont brannte die Chaletvilla des deutschen Verlegers Axel Springer. Es war Brandstiftung. Jahre später gestand der Schriftsteller Daniel de Roulet, das Haus angezündet zu haben. Er hatte geglaubt, Springer wolle ein Nazireich aufbauen.

Immerhin hatte er Gasflaschen ins Freie gebracht, damit die Feuerwehrmänner nicht durch eine Explosion in Gefahr geraten würden. 2017 nahm die Gymnasiastin Anouk Schnidrig die Geschichte als Beispiel für ihre Maturaarbeit zum Thema «Das Widerstandsrecht: Wann ist Gewalt gegen ein politisches System legitim?»

Im Fall Roulet waren für sie die Voraussetzungen klar nicht erfüllt, die Gewalt als letztes Mittel zu legitimieren. Sie definierte die Legitimation darüber, dass ein politisches System das Glück, das heisst Erfüllung der physischen Bedürfnisse und Sicherheit, garantieren müsse und nicht verhindern dürfe. Das rege Interesse des Publikums zeigte, wie aktuell auch heute die Fragestellung ist.

Mädchen rechnen besser

«Jungs sind besser mit Zahlen, Mädchen besser mit Wörtern – oder etwa doch nicht?» Mit selbst entwickelten Tests für fünf- bis siebenjährige Kinder der Region hat Dea Müller versucht, herauszufinden, ob die Annahme stimmt. Im Test waren die Mädchen in Mathematik deutlich besser als die Buben. Ein Schluss war, dass das Interesse der Mädchen für auf Mathematik basierende Studiengänge vermehrt gefördert werden soll. «Und das der Männer für die Sprache!», warf ein Gymnasiast ein.

Ebenfalls mit Tests für Kinder und ältere Menschen arbeitete Sarah Lanz, und sie erklärte zudem die Hirnfunktion in Sachen Merkfähigkeit. Die Kinder waren insbesondere beim Memoryspielen besser. Einmal während der Vortragsreihe bekam das engagierte Gstaader Publikum sogar Süsses.

Damaris Raaflaub hat als Maturaarbeit einen Bio-Früchteglace-Hofladen auf dem landwirtschaftlichen Familienbetrieb aufgebaut. Die Zutaten stammten vom Hof. Sie stellte die Produktentwicklung, die Vermarktung sowie die Kosten- und Rentabilitätsberechnungen vor. Als Dessert gab es leckeres Pflaumeneis für alle.

Objektivität

Das Feld der Politik war in Gstaad ein Schwerpunkt: Danielle Hubacher befasste sich in einem Comic mit dem Röstigraben, Solomon Ganter stellte den Berliner Mauerfall in den Fokus einer Novelle, bei Patrick Kurth ging es um Kinderarbeit und bei Gina Müller um den medialen Diskurs der SVP zu Ausländerfragen.

Gewissermassen in eigener Sache interessierte das Thema «Objektivität und Manipulation in Schweizer Medien» von Nicola Buchs. Er stellte sprachliche Muster zur Manipulation vor wie Vereinfachung, Pauschalisierung, Dramatisierung sowie Haltungen wie Retterattitüde, Pluralis Auctoris und Führungsanspruch. Artikel im Vorfeld der Durchsetzungsinitiative dienten als Beispiele.

Dass da weder «Weltwoche» noch WOZ manipulationsfrei waren, liegt bei der politischen Ausrichtung dieser Zeitungen auf der Hand. Beim «Blick» stellte Buchs eine leichte Linkstendenz fest. Mit Kunst, Biologie und Technik befassten sich Paul Ader, Larissa Masaad, Noemi Fehr, Joëlle Zingg, Jessica Tschanz, Yanick Mani und Leonidas Skaventzos.

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