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Verstehen, verändern, verbessern

So einzigartig wie die 15 Maturanden des Gymnasiums sind, so verschieden sind ihre Themen.

Naomi Matti wertete historische Quellen aus und plädierte für alte Flurnamen.
Naomi Matti wertete historische Quellen aus und plädierte für alte Flurnamen.
Kerem S. Maurer

Die Palette der am Montag in Gstaad mündlich präsentierten Maturaarbeiten reichte von der Analyse einer selber verfassten Phantasy-Parabel über die richtige Position beim Liegendschiessen, die Ergründung der Zweisimmner Flurnamen und den Unterschied zwischen Vanillin und der Vanille bis hin zur Entwicklung eines Mehlwurmbrotes – um nur einige zu nennen. Die Bandbreite der Themen, welche die fünfzehn Maturanden und Maturandinnen für sich selber auswählen durften, war ebenso beeindruckend wie ihre wissenschaftliche Herangehensweise und ihre Fragestellungen.

Die Präsentierenden stellten zu Beginn ihrer Vorträge Hypothesen auf, die sie in ihren Arbeiten aufgrund von selber durchgeführten Experimenten oder Befragungen entweder stützen konnten oder verwerfen mussten. Im Anschluss an jede rund 15 Minuten dauernde Präsentation stellten sich die Vortragenden den Fragen aus dem Publikum und jenen ihrer Betreuungspersonen und Lehrer, welche die Maturaarbeiten vorgängig in schriftlicher Form erhalten hatten und ihre Schützlinge auf Herz und Nieren prüften.

«Go for gold!»

Ein gewisses Mass an Nervosität gehört bei dieser Art von Prüfungen dazu, liegt quasi in der Natur der Sache. Die Probanden und Probandinnen unterstützten sich gegenseitig. Jene, die es bereits hinter sich hatten, sprachen den Kommilitonen Mut zu, die es noch vor sich hatten. «Nimm kein Blatt in die Hände, sonst sieht man, wie du zitterst», lautete ein gut gemeinter Ratschlag. Oder eine zukünftige Studentin mit golden lackierten Fingernägeln sagte: «Go for gold! – Vielleicht hilft es ja.»

Nervosität hin oder her, alle Maturanden machten ihre Sache gut und vermochten nicht selten mit ihren Arbeiten zu erstaunen. Eigentlich kämpfen sie an ihren Fronten für eine bessere Welt, indem sie zum Beispiel nach Möglichkeiten suchen, tierisches Protein in Form von Rezepten mit Mehlwürmern statt mit Fleisch ökologischer zu produzieren, um Ressourcen zu sparen.

Andere machten auf Traditionen aufmerksam, die nicht zuletzt im digitalen Zeitalter schnell zu verschwinden drohen. «Nutzt aktiv die alten Flurnamen und lehrt diese bitte auch Euren Kindern, auf dass sie nicht verloren gehen», so Naomi Mattis beherzter Aufruf am Ende ihrer Präsentation.

Die jungen Leute erwiesen sich als engagiert für sich, für ihre Mitmenschen und ihren Lebensraum. Sie wollen die Welt ein bisschen besser machen, und viele Zuschauer wünschten ihnen, dass ihnen ihr Idealismus auch in ihrem späteren Leben erhalten bleibe.

10 Monate Vorlaufzeit

Die Maturanden seien frei in der Wahl ihrer Themen, sagte eine Lehrkraft. Ein wichtiges Kriterium sei allerdings, dass das ausgewählte Thema von den Lehrern und Betreuungspersonen kontrolliert werden könne. Würden Themen gewählt, die diesem Kriterium nicht entsprechen, bestehe die Möglichkeit, den betreffenden Maturanden durch eine externe Person einer Universität betreuen zu lassen.

Bis im letzten März mussten sich die Maturanden für ihre Themen entschieden haben, und bis im Mai mussten die Fragestellungen ausgearbeitet sein. Von da an hatten die Maturanden rund ein halbes Jahr Zeit für ihre Arbeiten.

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