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Unfall war glücklicherweise nur eine Übung

Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei übten in Boltigen gemeinsam den Ernstfall. Dafür wurde ein Unfall mit mehreren Verletzten simuliert.

Unfall in Reidenbach: Die Feuerwehren Boltigen und Zweisimmen, Rettungsdienst und Polizei übten gemeinsam den Ernstfall.
Unfall in Reidenbach: Die Feuerwehren Boltigen und Zweisimmen, Rettungsdienst und Polizei übten gemeinsam den Ernstfall.
zvg

In Reidenbach geriet ein Traktor beim Manövrieren mit der Frontladergabel in den Fahrbahnbereich und touchierte ein Auto, welches dadurch auf die Gegenfahrbahn geriet und mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidierte. Dieses landete auf dem Dach. Vier Personen, davon zwei Kinder, wurden eingeklemmt.

«Abläufe gemeinsam üben»

Dieses Szenario war die Ausgangslage für eine gemeinsame Übung der Feuerwehr Boltigen mit dem Stützpunkt Personenrettung bei Unfällen Zweisimmen, dem Rettungsdienst der STS und der Kantonspolizei. «Hauptziel war, die Abläufe gemeinsam zu üben, die in einem solchen Fall zwingend notwen­dige Koordination der ver­schiedenen Organisationen live zu spielen und mögliche Fehler respektive Probleme zu erkennen», schreibt die Feuerwehr Boltigen in einer Mitteilung zur Übung.

Verschiedene Aufgaben

Die Feuerwehr übernahm bis zum Eintreffen der Partner die Erstbetreuung, organisierte die notwendige Verkehrsumleitung und sicherte den Schadenplatz ab. Der Rettungsdienst übernahm dann die Patientenbe­treuung. Die Patienten wurden für die Bergung vorbereitet. Dies übernahm der Stützpunkt Per­sonenrettung bei Unfällen der Feuerwehr Zweisimmen.

Da die Fahrzeuge so stark verkeilt waren, mussten die Patienten von hinten durch das Fahrzeug. Eine kopfüber eingeklemmt Patientin war sogar in Bauchlage. Die Aufgabe der Polizei war einerseits die juristische Erstaufnahme des Sachverhaltes und vor allem die Koordination und Führung der verschiedenen Organisationen.

«Alle beteiligten arbeiteten trotz schwierigen Verhältnissen ruhig und konzentriert», hält die Feuerwehr fest. «Hektik kam nur dann auf, als bekannt wurde, dass der Vater der verunglückten Kinder auf dem Schadenplatz anwesend sei und erst vor zwei Wochen einen Herzinfarkt erlitten habe.» Etwas, das im Ernstfall zum Problem werden könnte.

Obwohl es einige Details zu bemängeln gab, zeigten sich die Verantwortlichen bei der abschliessenden Übungsbesprechung mit dem Gesehenen weitgehend zufrieden. Alle waren sich einig, dass man für einen Ernstfall gerüstet sei und gleichzeitig hoffe, das nie beweisen zu müssen.

Auffallend war, dass der vermeintliche Unfall etliche An­wohner anlockte, die versuchten, ei­nen Blick auf die Szenerie zu erhaschen. «Ein Phänomen, das leider auch im Ernstfall auftritt, Bilder in sozialen Medien und Onlineportalen inklusive.»

pd/sgg

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