Oberhofner sollen über die neue Hängebrücke abstimmen können

Oberhofen

Dass die Frutiger AG Oberhofen eine Hängebrücke schenken möchte, sorgt für eine Kontroverse. Jetzt sistiert der Statthalter das Baubewilligungsverfahren. Im Mai sollen die Oberhofner abstimmen können.

<b>Hier, unterhalb des Forsthauses Blochbuche,</b> soll die Hängebrücke den Riderbach überqueren.<p class='credit'>(Bild: Christoph Gerber)</p>

Hier, unterhalb des Forsthauses Blochbuche, soll die Hängebrücke den Riderbach überqueren.

(Bild: Christoph Gerber)

«Ein Geschenk aus heiterem Himmel»: So titelte diese Zeitung am 30. Mai 2018, als bekannt wurde, dass die Firma Frutiger der Gemeinde Oberhofen eine 180 Meter lange Hängebrücke über den Riderbach schenken möchte. Dies anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums der Frutiger AG, die ihre Wurzeln im Dorf am rechten Thunerseeufer hat.

In den folgenden Monaten sorgte das Projekt in Oberhofen für heftige Diskussionen. Im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens gingen diverse Einsprachen ein. Die im August 2018 ins Leben gerufene Interessengemeinschaft Balmschlucht Oberhofen etwa forderte, dass die Balmschlucht, welche von der Brücke überspannt würde, unbeeinträchtigt bleiben solle.

Im November standen Einigungsverhandlungen an, die allerdings kein Resultat brachten: Neun Einsprachen und drei Rechtsverwahrungen wurden nicht zurückgezogen.

Bis Ende Mai sistiert

Am Montag hat Regierungsstatthalter Marc Fritschi mitgeteilt, dass er das Baubewilligungsverfahren bis Ende Mai sistiert hat. Dies auf Antrag der Bauherrschaft und aus zwei Gründen. Der erste: Fritschi hat aufgrund der eingereichten Fachberichte zusätzliche Unterlagen und Projektanpassungen nachgefordert.

«Dazu gehören Sicherheitsmassnahmen, ein Dienstbarkeitsvertrag mit einem Grundeigentümer sowie Massnahmen zum Tier- und Landschaftsschutz», heisst es im Communiqué des Statthalteramts – um welche Massnahmen es sich genau handelt, dazu wollte sich Regierungsstatthalter-Stellvertreter Thomas Blättler aufgrund des laufenden Verfahrens nicht äussern.

«Wir werden uns an den Entscheid der Gemeindeversammlung halten.»Luc Frutiger, Mitinhaber der Frutiger-Gruppe.

Luc Frutiger, Mitinhaber und Delegierter des Verwaltungsrats der Frutiger-Gruppe sagt: «Wir werden Stellungnahmen zu den Fachberichten des Kantons einreichen.» Der zweite Grund: In der Gemeindepolitik sei hinterfragt worden, ob die Gemeinde das Geschenk annehmen solle.

Laut Fritschi zieht der Gemeinderat in Betracht, an der Gemeindeversammlung vom 13. Mai eine Konsultativabstimmung zu dieser Frage durchzuführen. Gemeindepräsident Philippe Tobler (SVP) bestätigt dies auf Anfrage. «Ich habe die Abstimmung im Gemeinderat angeregt, weil die Brücke zu kontroversen Diskussionen geführt hat», erklärt Tobler.

Der Souverän solle sich dazu äussern können – «schliesslich sollte die Brücke verbinden, nicht auseinanderdividieren». Laut dem Gemeindeoberhaupt ist die Traktandenliste für die Versammlung vom 13. Mai noch nicht definitiv festgelegt – dies werde an der nächsten Gemeinderatssitzung Ende Februar geschehen.

Abstimmung wohl bindend

Und wie wird das Resultat der Abstimmung anschliessend gewertet? Auch dies werde an der nächsten Sitzung festgelegt. «Meine Idee ist, dass das Resultat bindend sein wird. Sonst macht die Abstimmung wenig Sinn», führt Philippe Tobler aus.

Sprich: Sagen die Oberhofnerinnen und Oberhofner an der Gemeindeversammlung Ja, kann die Brücke nach Vorliegen der Baubewilligung gebaut werden – sagen sie Nein, ist das Projekt wohl gestorben.

«Wir würden das Projekt weiterhin gerne umsetzen», sagt Luc Frutiger. Doch er betont auch: «Wir warten nun die Gemeindeversammlung ab. Mit der Gemeinde haben wir abgemacht, dass wir uns an deren Entscheid halten werden.»

Thuner Tagblatt

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