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Tunnelsanierung Sustenpass: Erste Etappe fast schon geschafft

Tunnelbau unter erschwerten Bedingungen: Die Sanierung des 82 Meter langen Gschlettertunnels auf der Sustenpassstrasse steckt wie geplant in der Endphase. Dies trotz akutem Platzmangel und regem Durchgangsverkehr.

«Hier mussten wir das Deckenprofil auffüllen»:?Baustellenchef Bernhard Stefan zeigt zur linken Ecke des Tunnelportals,wo mit viel Spritzbeton die Leerräume gefüllt wurden, während das Tunnelprofil rechts oben mit dem Fels praktisch bündig ist.
«Hier mussten wir das Deckenprofil auffüllen»:?Baustellenchef Bernhard Stefan zeigt zur linken Ecke des Tunnelportals,wo mit viel Spritzbeton die Leerräume gefüllt wurden, während das Tunnelprofil rechts oben mit dem Fels praktisch bündig ist.
Bruno Petroni
Drei Lagen Spezialfolien?nach dem Regenmantelprinzip: Bauleiter Sebastian Gasser (r.) und Projektleiter Paride Pizzoferrato an der Tunnelwand.
Drei Lagen Spezialfolien?nach dem Regenmantelprinzip: Bauleiter Sebastian Gasser (r.) und Projektleiter Paride Pizzoferrato an der Tunnelwand.
Bruno Petroni
Erschwert die Sanierung erheblich:?Der Durchgangsverkehr.Oftmals benehmen sich Verkehrsteilnehmer nicht sehr rücksichtsvoll.
Erschwert die Sanierung erheblich:?Der Durchgangsverkehr.Oftmals benehmen sich Verkehrsteilnehmer nicht sehr rücksichtsvoll.
Bruno Petroni
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«Wir haben hier einfach kaum Platz für das Baumaterial, die Maschinen und Container»: Bauleiter Sebastian Gasser zeigt auf den Abgrund beidseits der Tunnelportale. Bergseitig geht es senkrecht in die Felswände hinauf. Tatsächlich wird auf der Baustelle zur Sanierung des Gschlettertunnels auf 1470 Meter Meereshöhe jeder Quadratmeter Fläche effizient genutzt.

Erschwerend gesellt sich der wechselseitig geführte und durch eine Lichtsignalanlage geregelte Durchgangsverkehr vom und auf den Sustenpass dazu. Und mit diesem haben die Tunnelarbeiter in den letzten Wochen allerhand erlebt: «Die Hälfte der Fahrzeuge passiert die mit 30 Stundenkilometern signalisierte Baustelle viel zu schnell. Und immer wieder kommt es vor, dass sich ein Tourist nicht vorstellen kann, was es heisst, einer auf Rot geschalteten Verkehrsampel zu begegnen.

Und wenn dieser dann auch noch im Ernst behauptet, sein Mietwagen habe keinen Rückwärtsgang, kann es schon mal zu hektisch-heiteren Momenten kommen», zieht Sebastian Gasser Bilanz.

Mit 90 Tonnen Druck

Seit Anfang August haben sechs Tunnelbauspezialisten der Obwaldner Gasser Felstechnik AG die spröde Spritzbetonschale aus den Achtzigerjahren weggespitzt, mit 300 Kubikmetern Spritzbeton ein neues Tunnelprofil aufgezogen und ein Abdichtungssystem aus drei dicken Schichten Isolationsmatten montiert. Momentan laufen die Betonarbeiten auf Hochtouren.

Mit einem auf Schienen laufenden, fast 20 Tonnen schweren Schalwagen werden insgesamt 500 Kubikmeter Beton in die Tunnelschalung gepumpt. «Somit haben wir vor dem Erhärten des Betons einen Gesamtdruck von 90 Tonnen auf den acht Stahlstützen», so der zuständige Polier Bernhard Stefan. Der 38-jährige Österreicher, der schon seit 14 Jahren in der Schweiz als Tunnelbauer arbeitet und seine Hände unter anderem auch beim Gotthard-Basistunnel im Spiel hatte: «Wenn das Wetter mitspielt, sind wir hier in sechs Wochen durch. Dann müssen wir nächsten Frühling lediglich noch die Beschichtung an der Tunnelwand anbringen und einen neuen Fahrbahnbelag einbauen.»

Wie ein Regenmantel

Der zuständige Projektleiter des Oberingenieurkreises Oberland des Kantons Bern, Paride Pizzoferrato, erklärt das Vorgehen beim Tunnelbau wie folgt: «Wir arbeiten nach dem Regenmantelprinzip. So wird der Felswand im Inneren des Tunnels mit porösem Spritzbeton die richtige Form zur Aufnahme der Abdichtung gegeben. Dann bringen wir in drei Schichten eine Drainagematte, die eigentliche Abdichtungs- und eine Schutzfolie an. Diese Spezialfolien sind extrem dehnbar, widerstandsfähig und langlebig, sodass der Tunnel für die nächsten 80 Jahre wasserdicht sein dürfte.» Die abschliessende Betoninnenschale dient schliesslich der Stabilität des Tunnels, um dem Bergdruck standzuhalten.

Höher und anspruchsvoller

Im nächsten Frühjahr, sobald die Schneeräumung durch das Strasseninspektorat Oberland Ost bis zum 56 Meter langen Wasserfalltunnel vorgedrungen ist, beginnt die umfangreiche Sanierung auch dort. Und für das Jahr 2018 ist im Rahmen der mit sechs Millionen Franken veranschlagten Gesamtsanierung der erste Bäreggtunnel (1730 m, Länge 59 m) an der Reihe.

«Dieser wird dann noch ganz andere Anforderungen an unsere Leute stellen, denn nebst der Platzprobleme hat dieser keinen konstanten Querschnitt und liegt bergauf gesehen in einer Rechtskurve», so Pizzoferrato.

Die weiteren Tunnels wie der Scheiteltunnel auf der Passhöhe werden in einem späteren Instandsetzungsprojekt überholt, denn alle 15 Tunnel oberhalb von Gadmen befinden sich laut Paride Pizzoferrato in sanierungsbedürftigem Zustand.

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