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Spitalgruppe übernimmt Seniorenpark

Die Spitäler fmi AG übernimmt Anfang nächsten Jahres den Seniorenpark Weissenau vom Gemeindeverband Weissenau. Der Spitalstandort Interlaken wird damit gestärkt.

Blick auf den Seniorenpark Weissenau. Dieser soll in die Spitäler fmi AG integriert werden. Bruno Petroni
Blick auf den Seniorenpark Weissenau. Dieser soll in die Spitäler fmi AG integriert werden. Bruno Petroni

Es war der Wunsch der Spitäler fmi AG, den Seniorenpark südlich des Spitals zu übernehmen. Gebaut und betrieben hat das grosszügige Heim für 75 Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeindeverband Weissenau. Dieser ist der Nachfolger des Spitalverbands Interlaken.

Bei der Kan­tonalisierung des Akutspitals ­behielt der Verband, der aus den 23 Gemeinden des ehemaligen Amtsbezirks Interlaken besteht, die Spitalliegenschaft, wo früher sogar ein Landwirtschaftsbetrieb geführt worden war, in seinem Besitz. Die für die Spitalversorgung notwendigen Grundstücke gab er in einem unentgeltlichen Baurecht an den Kanton ab.

Er entschied sich, das Alters- und Pflegeheim Weissenau, das im alten Spital integriert war, zu übernehmen, und realisierte den Seniorenpark-Neubau. «Es war eine schwierige, aber sehr spannende und lehrreiche Aufgabe», sagt Jürgen Ritschard, Präsident des Verbandes Weissenau.

Die Verbundenheit mit dem Spital in Unterseen war immer gross: Dienstleistungen wie Heimarzt, personalärztlicher Dienst, psychiatrische Betreuung, Apotheke, Physiotherapie, Verpflegung und Informatik wurden von der Spitäler fmi AG erbracht.

Doppelspurigkeiten

«Auf kleinem Raum gibt es Doppelspurigkeiten in einem verwandten Bereich», schreibt die Spitäler fmi AG in ihrer gestern veröffentlichten Information zur geplanten Übernahme. Sie stellt sie unter dem Titel «Stärkung des Spitalstandorts Interlaken» vor.

Robert Zaugg, VR-Präsident der Spitäler fmi AG, sagt dazu: «Ein umfassendes Angebot in der medizinischen Versorgung der Oberländer Bevölkerung stärkt den Spitalstandort.»

Der Spitäler fmi AG gehe es aktuell sehr gut, und sie sei in der Lage, im Interesse der Region die Herausforderungen anzunehmen, die auf ein Alters- und Pflegeheim zukommen: Kostendruck, ausgetrockneter Personalmarkt, Konkurrenzsituationen. Die Abhängigkeit von der Spitäler fmi AG gelte faktisch auch bezüglich der Zuweisung von Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern, steht in der Medieninformation.

Es sei aber nicht etwa so, dass ehemalige Spitalpatienten automatisch in den Seniorenpark eintreten würden, präzisiert Zaugg. Es werde immer nach der besten Lösung für Betroffene gesucht.

Bescheidener Baurechtszins

Jürgen Ritschard ist überzeugt, dass sich für die Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenparks nichts ändert. Sie und ihre Angehörigen werden informiert. Die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeitenden werden weiterbe­stehen.

Der Gemeindeverband Weissenau übernimmt die Deckungslücke, die bei der Pensionskasse Previs entsteht. Der Seniorenpark (Immobilie und Mobilien) geht zum voraussichtlichen Buchungswert von 21,4 Millionen Franken an die Spitäler fmi AG über.

«Geld fliessen wird nicht», sagt Zaugg. Ausser beim Baurechtszins: Der Verband Weissenau stellt den Spitälern fmi AG jährlich einen bescheidenen Baurechtszins für die 10 776 Quadratmeter Land in Rechnung. Basis ist ein Landpreis von 200 Franken pro Quadratmeter, der zu zwei Prozent verzinst wird. Der Gemeindeverband wird weiterhin zuständig bleiben für seine Liegenschaften und hat eine eigene Geschäftsführung.

«Der Spitalgesellschaft sollen unabhängige Organe gegenüberstehen, die die Interessen der Trägergemeinden vertreten», steht in der Medienmitteilung. Und als Fazit: «Der Verwaltungsrat der Spitäler fmi AG und der Vorstand des Gemeindeverbandes sind davon überzeugt, dass die mit dem ­Zusammenschluss verbundene Schaffung eines Zentrums für geriatrische Dienstleistungen der Bevölkerung des östlichen Oberlands zugutekommt.»

An einer ausserordentlichen Versammlung am 24. August werden die Abgeordneten der Trägergemeinden den formellen Beschluss zur Übergabe des Seniorenparks fassen.

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