Souverän liess sich für Projekt erwärmen

Ringgenberg

Aktien kaufen, Anschlussgebühren genehmigt: Mit diesen beiden Entscheiden an der Gemeindeversammlung kann das Fernwärmenetz realisiert werden. Noch bleiben aber mehrere Fragen unbeantwortet.

Auf dieser noch grünen Wiese westlich des Armbrustschützenhauses (l.) und der Burgseelihalle ist die Heizzentrale geplant.

Auf dieser noch grünen Wiese westlich des Armbrustschützenhauses (l.) und der Burgseelihalle ist die Heizzentrale geplant.

(Bild: Hans Urfer)

Die Avari AG realisiert und finanziert in Ringgenberg ein neues Heizwerk und ein Fernwärmenetz: Dies ist die Schlussfolgerung zweier Entscheide der 99 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Ringgenberg-Goldswil. Sie haben einstimmig an der Gemeindeversammlung vom Mittwochabend in der Burgseelihalle Ja gesagt zur Zeichnung von 250 Aktien der Avari AG im Gesamtbetrag von 734000 Franken und genehmigten ohne Gegenstimme auch die Anschlussgebühren von 76500 Franken für die Liegenschaften des Schulhauses, der Burgseelihalle, Turnhalle sowie der Kindergärten Mösli und Albert Herzog.

«Muss rentabel sein»

«Es ist wirtschaftlich nicht rentabel, den Versorgungsperimeter zu erweitern.»Samuel Zurbuchen, Gemeindepräsident Ringgenberg

Vorausgegangen war eine lebhafte Diskussion, während welcher unter anderem Fragen nach einer Ausweitung des Versorgungsgebietes laut wurden. «Es ist wirtschaftlich nicht rentabel, den Perimeter zu vergrössern», sagte Gemeindepräsident Samuel Zurbuchen. Mattens Gemeindepräsident Peter Aeschimann beantwortete als VR-Präsident der Avari AG Fragen zur Organisation des Unternehmens, und Avari-Geschäftsführer Martin Heim äusserte sich auf Wortmeldungen betreffend die Rentabilität des geplanten Fernwärmeverbundes.

«Bis Innenkante Kellerwand», antwortete Heim auf die Frage, wie weit die Zuleitung für die privaten Nutzer des Verbundes geführt wird. Hinweisen aus der Versammlung, wonach der geplante Standort der Heizzentrale wegen des feuchten Bodens neben dem Armbrustschützenhaus zu überdenken sei, entgegnete Zurbuchen, dass der Gemeinderat Alternativen geprüft habe, ohne auf eine bessere Lösung gestossen zu sein.

Weiter wurden Bedenken bezüglich der geplanten Zufahrt der Mulden-Lastwagen mit Holzschnitzel zur Heizzentrale via Strandbadweg oder Burgweg geäussert. Besonders letztere Variante wäre, der zahlreich auf diesem Weg gehenden Schüler wegen, keine optimale Lösung, wurde gesagt.

Gemeindepräsident Samuel Zurbuchen liess die Versammlung wissen, dass die Einzelheiten der Erschliessung erst noch geregelt werden müssen, denn beide Varianten (Burgweg, Strandbadweg) erfordern bauliche Massnahmen. Und beispielsweise seien auch die Versorgung der Heizzentrale mit Elektrizität und Trinkwasser sowie die Abwasserentsorgung in einem nächsten Schritt festzulegen. Zudem müssten sanierungsbedürftige Werkleitungen im Gleichschritt mit dem Bau des Netzes erneuert werden. Zurbuchen verwies auf die Altjahrsgemeindeversammlung, an welcher ein Erschliessungskredit vorgelegt wird und der Souverän auch über eine entsprechende Anpassung des Baureglementes zu befinden hat.

Die Schlüsselkunden

Klar ist, dass die mit Holz aus dem eigenen Wald dereinst zu betreibende Schnitzelheizung vorwiegend der Bevölkerung im westlichen Dorfzentrum von Ringgenberg von Nutzen sein wird sowie den sogenannten Schlüsselkunden (Schulanlage, Pflegeklinik Eden, Altersheim Sunnsyta). Die Verantwortlichen gehen von einem totalen Wärmeleistungspotenzial von 900 Kilowatt aus.

Im Frühling 2021 bereit

Die neue Anlage sowie das Netz werden zu 100 Prozent durch die Avari AG finanziert, realisiert und betrieben. Der beschlossene Aktienkauf Ringgenbergs hat die Voraussetzung erfüllt, damit die Investitionen von rund 2,8 Millionen Franken durch die Avari AG getätigt werden können. Verläuft alles nach Plan, soll im Frühling 2021 die Heizzentrale bereit sein und die erste Etappe des Leistungsnetzes abgeschlossen sein.

Rechnung zugestimmt

Einstimmig und diskussionslos winkte das Stimmvolk die Jahresrechnung 2018 durch. Diese schliesst im Gesamthaushalt mit einem Aufwandüberschuss von 57800 Franken ab. Der Allgemeine Haushalt weist einen Aufwandüberschuss von 66300 Franken auf, und die gebührenfinanzierten Spezialfinanzierungen (Feuerwehr, Wasser, Abwasser, Abfall, Energie) schreiben mit 8500 Franken schwarze Zahlen.

Der aktuelle Bilanzüberschuss (vorher Eigenkapital) beträgt 3,08 Millionen Franken.

Ja zu Schulsozialarbeit

Als «wichtig und nötig» bezeichnete Gemeinderätin Rosmarie Nägeli-Rüegsegger eine Einführung der Schulsozialarbeit an der Schule Ringgenberg. Die Einführung wurde einstimmig und diskussionslos beschlossen. Die einmaligen Investitionskosten belaufen sich auf 5000 Franken, jährlich kommen 43000 Franken dazu. Die Kosten für die Niederrieder Schüler werden deren Gemeinde in Rechnung gestellt.

Einstimmig und diskussionslos entschied der Souverän, die beiden Reglemente (Beiträge an die Behandlung im Rahmen der Schulzahnpflege, Gemeindeausgleichskasse) aufzuheben (4). Genehmigt wurden Neufassungen zweier Reglemente (Feuerwehr, Spezialfinanzierung Werterhalt Liegenschaften im Finanzvermögen) sowie das geänderte Kurtaxenreglement.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt