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Socke als Indiz für Raub

Ein 29-jähriger Rumäne ist am Donnerstag wegen eines Raubes zu einer unbedingten Gefängnisstrafe von 10 Monaten verurteilt worden.

An einer schwarzen Socke fanden die Ermittler DNA-Spuren (Symbolbild).
An einer schwarzen Socke fanden die Ermittler DNA-Spuren (Symbolbild).
iStock

Ende September 2018 nachts um elf Uhr ist in einer Brienzerseegemeinde eine Frau angegriffen worden. Ein dunkel gekleideter Mann versuchte von hinten, ihr ihre beiden Markentaschen zu entreissen. Sie wehrte sich, schrie und wurde zu Boden gestossen. Der Mann rannte mit den Taschen zu einem dunklen Auto, das mit einem Fahrer und ohne Licht wartete.

Wie bei der Verhandlung am Donnerstag vor dem Regionalgericht bruchstückhaft zu erfahren war, nahm dann der Lebensgefährte der Frau mit einem zufällig vorbeikommenden Taxi die Verfolgung auf, wobei der Fahrer einmal eine Einfahrt verpasste. Vier Stunden später fand dann der Taxifahrer, wiederum zufällig, die leeren Taschen auf der Hauptstrasse und brachte sie zur Polizei. In einer der Taschen befand sich eine einzelne schwarze Socke. Und auf dieser Socke stellte die Polizei DNA sicher.

Im März 2019 wurde ein 29-jähriger Rumäne in Untersuchungshaft genommen, dessen DNA sich auf der Socke befand. Er war in der Nacht auf den 27. Oktober 2018 in eine Snackbar im Tessin eingebrochen und stahl Bargeld. Auch dort wurde seine DNA sichergestellt. Diesen Diebstahl hat er gestanden, nachdem ihm der Fund der DNA vorgehalten worden war. Den Raub im Brienzerseedorf bestritt er bei den Untersuchungsbehörden und auch am Donnerstag vor Gericht.

Im Laufe der Untersuchung hat sich herausgestellt, dass der Mann in Rumänien, in Österreich und in Deutschland entsprechend vorbestraft ist. Insgesamt, rechnete ihm die Richterin vor, sei er fast sieben Jahre im Gefängnis gewesen. Zum ersten Mal auch in der Schweiz. Nach einer dreimonatigen Untersuchungshaft hat er den vorzeitigen Strafvollzug angetreten. Wie seine DNA auf die Socke gekommen sei, wisse er nicht, sagte er. Angedeutet wurde, dass er die Socke an der Hand getragen hat, um keine Spuren zu hinterlassen.

Pflichtverteidiger Matthias Fischer versuchte in seinem Plädoyer, in Sachen Raub Zweifel aufkommen zu lassen. Auffällig sei die Reihe von Zufällen mit dem zufällig vorbeigekommenen Taxi und dem zufälligen Fund der Tasche mit der Socke. Die Socke könnte vertauscht worden sein, da der Mann mit Landsleuten unterwegs war, oder sie könnte ihm absichtlich untergeschoben worden sein. Die Gerichtspräsidentin beurteilte die Indizien als überzeugend genug, um den Mann wegen des Raubs in der Brienzerseegemeinde zu verurteilen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Gefängnisstrafe wegen Raub, Diebstahl, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung beantragt, bedingt ausgesprochen. Die Richterin übernahm die Höhe der Strafe, sprach sie aber unbedingt aus. Zu übernehmen hat er die Gerichtskosten von 8700 Franken (ohne schriftliches Urteil) und 630 Franken Schadenersatz im Tessin. Der amtliche Verteidiger erhält 9816 Franken, vorgeschossen vom Kanton Bern.

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