Sie heizen dem Vogellisi ein

Adelboden

Dieses Wochenende findet unter dem Birg das Vogellisi Festival statt. Das kleine, «ungeschminkte» Festival wurde redimensioniert. Dem Line-up ist das kaum anzumerken.

Die Hauptbühne befindet sich wettergeschützt in einem Zelt

Die Hauptbühne befindet sich wettergeschützt in einem Zelt

(Bild: PD)

Zuhinterst im Engstligtal, dort, wo die Sonne auch an heissen Tagen nicht vom Himmel brennt und es plötzlich nur noch senkrecht den Berg hinauf geht, genau dort trägt sich alle zwei Jahre Seltsames zu: Hunderte Menschen strömen herbei, bauen Zelte auf, lauschen lauter Musik, feiern, nur um nach zwei Tagen wieder im Nichts zu verschwinden. Was klingt wie eine Feier zur Walpurgisnacht ist in Tat und Wahrheit ein ganz normales Musikfestival. Wobei, ein ganz normales Festival? Nicht ganz.

«Das Vogellisi Festival hat den Charakter eines ‹echten›, eines ‹ungeschminkten› Festivals, das wir aus eigener Mannes- und Frauenkraft auf die Beine stellen», sagt OK-Vizepräsidentin Eliane Kipfer. Aus eigener Kraft bedeutet in diesem Fall: ehrenamtlich. Das neunköpfige OK will denn auch nicht so recht in die durchkommerzialisierte Festivallandschaft passen. «Was uns vielleicht an Professionalität fehlt, machen wir mit Herzblut wett. Ich glaube, das merkt und schätzt das Publikum», sagt die Marketingverantwortliche.

OK-Präsident un Vize: André Wäfler und Eliane Kippfer haben hunderte Stunden ins Vogellisi-Festival inverstiert. Foto: Markus Hubacher

Das Herzblut sei auch bei den Mitgliedern des Trägervereins, bei den rund 200 freiwilligen Helferinnen und Helfern sowie beim lokalen Gewerbe spürbar: «Die Unterstützung ist gewaltig», freut sich Kipfer.

Kritische Grösse erreicht

Nach mehreren Jahren, in denen der Anlass stets gewachsen sei, habe er nun eine kritische Grösse erreicht: «Wir können und wollen nicht grösser werden, und zwar vom Gelände, von den Ressourcen und auch vom Budget her nicht», sagt Eliane Kipfer. Daher hat das OK das Festival, das dieses Wochenende zum 11. Mal stattfindet, gesundgeschrumpft. «Wir brauchen nicht mehr 1500 Personen, damit wir finanziell rauskommen, sondern nur noch 800 bis 1000.»

Das Gesundschrumpfen betrifft auch das Line-up: Statt eines Headliners, für den jeweils ein Drittel des Gagenbudgets draufging, stehen nun mehrere bekannte Namen auf dem Programm: etwa Sina, Philipp Fankhauser, Marc Sway, Span oder Jesse Ritch, um nur einige zu nennen. Neu spielt die Musik im Übrigen nicht nur auf der Hauptbühne im Rundbogenzelt, sondern auch auf der Bearbeat-Bühne nebenan. In diesem Bereich steht erstmals auch eine separate Bar.

Budgetmässig bewegt sich das Festival in einem recht engen Korsett. «Wir kommen mit 300000 Franken aus», sagt Kipfer. In den letzten Jahren haben man jeweils eine schwarze Null erzielt. «Das ist auch heuer das Ziel.»

Schlüsselerlebnis am Festival

Was motiviert die umtriebige Langnauerin dazu, alle zwei Jahre Hunderte Stunden ehrenamtlicher Arbeit ins kleine Festival im Lohnerdorf zu stecken? «Ich habe an jedem Festival so ein Schlüsselerlebnis», sagt sie. «Wenn alles läuft und du auf der VIP-Tribüne oben stehst und diese Menge siehst und dir dabei plötzlich die Tränen runterlaufen, dann merkst du, dass du das, was du machst, irgendwie noch gerne machst.»

verlosungen@bom.ch

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...