«Sehr müde, aber reich beschenkt»

Kandersteg

Ein einmaliges Erlebnis bot sich den Kindern während der Ferienwoche der Aladdin-Stiftung. Sie durften im Theaterzirkus Wunderplunder mitmachen.

Grosse Konzentration?beim König und seinen (Gast-)Artisten im Zirkus Wunderplunder.

Grosse Konzentration?beim König und seinen (Gast-)Artisten im Zirkus Wunderplunder.

(Bild: Corina Kobi)

Die Aladdin-Stiftung mit Hauptsitz in Zürich setzt sich seit 1996 für Familien mit Kindern ein, die von einer schweren Krankheit oder Behinderung betroffen sind. Seit damals organisiert sie in Kandersteg abwechslungsreiche Herbstferien, in denen auch die gesunden Geschwister auf ihre Kosten kommen.

Sabine Sommer, die Geschäftsführerin, betont dabei, «dass die Elternteile, behinderte und gesunde Kinder gemeinsam etwas unternehmen dürfen, ohne sich um die organisatorischen Belange kümmern zu müssen». Um den Aladdin-Familien im Jubiläumsjahr etwas Besonderes bieten zu können, fand vom 2. bis 8. Oktober eine spezielle Woche mit dem Mitmach-Zirkus Wunderplunder statt.

Geleitet werden diese Wochen jeweils von einem rund zehnköpfigen Team von Freiwilligen, die sich Jahr für Jahr wiederum für diese sehr schöne und herausfordernde Aufgabe zur Verfügung stellen.

Viel Spass ohne Belastung

Flurina Schai, eine der freiwilligen Helferinnen, ist die Tochter der Stiftungsgründerin Brigitt Küttel und seit Kindsbeinen in Kandersteg dabei. Für sie sind die Ferienwochen ein einmaliges Erlebnis. «Ich gebe als Leiterin nicht nur, sondern ich nehme auch viel mit nach Hause», zeigt sie sich überzeugt.

Den zwölf beteiligten Kindern habe es freigestanden, sich für oder gegen die Zirkusvorstellung zu entscheiden. «Ausserdem durften sie ihre Rolle selber bestimmen», erklärt die im Hintergrund arbeitende Helferin. «So haben alle Spass ­gehabt und keine Belastung ­verspürt.»

Das Konzept des Zirkus Wunderplunder und das Entgegenkommen der Zirkusleute entsprach den Vorstellungen der Aladdin-Verantwortlichen. Ohne Zwang konnten sich Kinder und Angehörige für eine Rolle in der Zirkusvorstellung entscheiden.

Im Leitbild von Wunderplunder steht, dass das Angebot sich an alle Menschen richtet. Ob jung oder alt, ob mit oder ohne Beeinträchtigungen, das Team des Theaterzirkus nimmt alle Teilnehmenden mit ihren Möglichkeiten ernst, schenkt ihnen Vertrauen und unterstützt sie.

Selbstvertrauen gewonnen

Dieses Verständnis kam auch bei den einstudierten acht Programm-Nummern zum Vorschein. Sei es bei Jonglagen, bei Feuerspielen, als König unter ­Akrobaten oder beim grossen ­Finale; die Freude war den Kindern der Aladdin-Stiftung anzu­merken.

Auch hier war gleich zu erkennen, dass der wohlverdiente Applaus des begeistert mitgehenden Publikums das Erfolgserlebnis und das Selbstvertrauen der frischgebackenen Artistinnen und Artisten stärkte.

Einmal mehr zeigte sich, dass Kandersteg für Kinder und Jugendliche einen nahrhaften und nachhaltigen Boden bietet. Sei es beim Internationalen Pfadizentrum, bei den Aktivitäten von «Freude herrscht» und von Swiss­cor, dem Projekt Snow Day 4 Kids oder dem Dario-Cologna-Fun-Parcours.

Auch nach der vergangenen Woche kehrten alle Beteiligten der Aladdin-Jubiläums-Ferienwoche mit neuen Eindrücken versehen glücklich nach Hause zurück. Diese Tatsache verleitete Flurina Schai zu ihrer Schlussaussage: «Nach dem Lager fühle ich mich sehr müde, aber dafür reich beschenkt.»

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