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Schlossberg-Parking: Jahresziel schon nach neun Monaten erreicht

Heute Dienstag vor einem Jahr wurde auch das Parking im Schlossberg eröffnet. Das erste Betriebsjahr übertraf die Erwartungen. Für Probleme sorgte allerdings das Wasser im Schlossberg.

Das Schlossberg-Parking im Schnelldurchlauf: Kurz nach der Eröffnung vor einem Jahr haben wir uns das neue Parkhaus angesehen.

Phase Rot im Schlossberg-Parking: Das gab es seit der Eröffnung am 12. November 2018 genau 70-mal. Während dieser Phasen war das Parking jeweils mehr als 100 Minuten lang vollständig besetzt. Zum Vergleich: Bei den Parkhäusern City Nord Grabengut und City West Aarestrasse gab es in den letzten Jahren durchschnittlich jeweils 10 bis 20 «Besetzt-Phasen». Es ist eines der Beispiele, mit denen Andreas W. Maurer die Bilanz zur neuen Parkieranlage im ersten Betriebsjahr illustriert.

Der Geschäftsführer der Parkhaus Thun AG führt weiter aus: «Wir haben uns aufgrund der Frequenz- und Umsatzwerte der bestehenden drei Parkhäuser für das erste Betriebsjahr einen Ertrag von 600'000 Franken als Ziel gesteckt.» Dabei sei berücksichtigt worden, dass in der Schweiz die vollständige Akzeptanz einer neuen öffentlichen Parkieranlage in der Regel mehrere Jahre dauere. «Und dann das: Bereits im August, also nach neun Monaten, hatten wir das Jahres-Umsatzziel erreicht.»

Ziemlich genau 300'000 Einfahrten wurden im ersten Jahr registriert – bei 310 Parkplätzen. Im gleichen Zeitraum brachten es die Parkhäuser im Grabengut und an der Aarestrasse bei mehr als doppelt so grossem Parkplatzangebot auf je rund 330'000 Einfahrten.

Viele Passanten, viel Lob

Und wie sieht es bezüglich der Fussgängerinnen und Fussgänger aus, die das Parking als Durchgang benutzen? «Unsere Betriebswarte nahmen in den ersten Wochen Schätzungen zu den täglichen Passantenströmen vor, was über einen Monat zu 10'000 Personen führte, die durch das Parking schritten», sagt Andreas W. Maurer. «Nach unseren Beobachtungen dürften es inzwischen noch mehr sein.»

Wer etwa am Samstag oder während des Abendverkaufs die Fussgängerpassage zur Oberen Hauptgasse nutze, sei erstaunt über den pulsierenden Fussgängerverkehr. Als «aussergewöhnlich» bezeichnet Maurer die vielen spontanen Äusserungen der Parkhausbesucher und der Passanten allgemein gegenüber dem Betriebspersonal: So viel Lob, so viel Wertschätzung, so viele Interessenbekundungen zum Parkhaus, so viele persönliche Gedankenaustausche – das sei für das Team sehr motivierend.

Und: «Freude machen auch die vielen Schulkinder, die die neuen horizontalen und vertikalen Erschliessungen auf ihrem Schulweg mit ihren Fahrrädern nutzen.» Die Velos würden notabene stets vorbildlich und rücksichtsvoll geschoben.

«Kein neuerliches Waterloo»

Eitel Sonnenschein also rund ums unterirdische Parking? Nicht ganz. Sorgen bereitete der Parkhaus Thun AG das Wasser im Schlossberg. Von diesem ist laut Andreas W. Maurer eine grosse Menge vorhanden – «und der Grundwasserpegel variiert je nach Witterungsverhältnissen erheblich.» Das Parking sei zwar praktisch wasserdicht ummantelt, an der einen oder anderen Übergangsstelle habe es jedoch «das buchstäbliche Schlupfloch» gegeben.

Die Folge: Der Wasserdruck im untersten Geschoss und namentlich bei der am tiefsten gelegenen Fussgängerpassage zur Oberen Hauptgasse hin nahm zu. Maurer spricht von «Tropfsteinhöhlen-Feeling» und einem «glitschigen» Bodenbelag. Sofortmassnahmen beinhalteten die Abdeckung des Ganges sowie das Auslegen mit Teppichen.

«Im technischen Bereich wurden Ursachenanalysen eingeleitet, die zwischenzeitlich zu erfolgreichen Resultaten führten: Das Wasser ist weg, die Feuchtstellen sind am Abtrocknen, und über zahlreiche präventive Massnahmen – etwa automatische Entwässerungsund Pumpvorrichtungen – ist sichergestellt, dass kein neuerliches Waterloo auftritt», erklärt der Geschäftsführer der Parkhaus Thun AG. Der neu versiegelte Fussgängerkorridor sei nun garantiert rutschfest.

Tests für die Sicherheit

Auch nebst den Wasserproblemen spricht Maurer von «vielen neuen Erfahrungen und Situationen, die nach Optimierungsmassnahmen riefen». Die Komplexität der technischen Einrichtungen im Schlossberg sei enorm und stehe im Zeichen der Sicherheit von Personen und Anlagen – Stichworte Brandmelde- und Rauchgasabzugsanlagen, Brandschutzvorhänge, Be- und Entlüftung, Notstromaggregate, Notfalldispositive und Ausgänge, inklusive Tür- und Notbeleuchtungsmanagement.

«Kürzlich wurde bereits zum zweiten Mal nachts ein sogenannter Integraltest im Beisein aller an den Sicherheitsanlagen beteiligten Spezialisten durchgeführt», sagt Andreas W. Maurer. Dabei seien alle Systeme im Rahmen verschiedener simulierter Notfallszenarien durchgetestet worden. «Allein die jährlichen Wartungskosten dieser Systeme belaufen sich auf 110'000 Franken.»

Dazu kämen die eigentlichen Parkhaus-Betriebssysteme der neuesten Generation. Einbezogen wurden auch die Erfahrungen mit den vielen «Nichtparkierenden»: Dies habe zu über 100 Nachbesserungen und Optimierungen für die Sicherheit und den Nutzungskomfort geführt – etwa bei den Informationsanzeigen.

Das Fazit von Andreas W. Maurer nach einem Jahr Betrieb fällt denn auch sehr positiv aus: «Wir waren uns sicher, dass das Schlossberg-Parking ein Renner würde – aber unsere Erwartungen wurden übertroffen.»

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