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Schattenbedli brannte – Jugendliche im Verdacht

Am Strandweg wurden am späten Dienstagabend grosse Teile des Schattenbedlis durch ein Feuer zerstört. Der Brand am 90-jährigen Kulturgut wurde mutmasslich von drei 16- und 17-Jährigen gelegt.

Am Dienstagabend (22.10.2019) gegen 22.30 Uhr wurde der Feuerwehr ein Brand am Strandweg in Faulensee gemeldet.
Am Dienstagabend (22.10.2019) gegen 22.30 Uhr wurde der Feuerwehr ein Brand am Strandweg in Faulensee gemeldet.
Jürg Spielmann
Grosse Teile des sogenannten Schattenbedli wurden zerstört.
Grosse Teile des sogenannten Schattenbedli wurden zerstört.
Jürg Spielmann
Noch ist die Brandursache unbekannt, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.
Noch ist die Brandursache unbekannt, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.
Jürg Spielmann
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«Es sieht traurig aus», meinte ein Spiezer Wirteehepaar, das sich auf seiner Joggingrunde befand, am frühen Mittwochmorgen auf dem Strandweg in der Spiezer Bucht. Am Brandplatz am viel begangenen Uferweg nach Faulensee, wohin die Feuerwehr am Dienstag um 22.30 Uhr gerufen worden war, erhielt das geäusserte Bedauern ein Gesicht. Ein hässliches.

Vom ostseitigen Teil des Schattenbedli blieb einzig noch ein verkohltes, löschwassergetränktes Gerippe stehen. Der Brand richtete am nostalgischen Badehaus der Gemeinde Spiez, welches ganzjährig zugänglich ist, immensen Schaden an.

Beim Brand, der durch die angerückte Feuerwehr Spiez gelöscht werden konnte, entstand gemäss ersten Schätzungen ein Sachschaden im fünfstelligen Bereich, wie die Kantonspolizei Bern informierte. Laut Kommandant und Einsatzleiter Peter Abplanalp war die Feuerwehr mit 33 Leuten im Einsatz – zuerst zum Löschen und anschliessend als Brandwache bis 6 Uhr früh.

Fluchtversuch misslang

Zu verantworten haben dürften die Feuersbrunst drei Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren: Auf diese stiess eine Patrouille der Kapo kurz nach 22.10 Uhr beim Schattenbad, wohin sie wegen gemeldeten Lärms ausgerückt war. Einer der drei Jugendlichen ergriff, nachdem das Trio durch die Polizisten angesprochen worden war, die Flucht, konnte jedoch kurze Zeit später gestoppt werden. Die drei dringend Tatverdächtigen wurden auf eine Polizeiwache gebracht und befragt. Die Abklärungen ergaben, dass das Feuer vorsätzlich gelegt worden war.

«Die Jugendlichen werden beschuldigt, mit der Tat in Verbindung zu stehen», teilte die kantonale Jugendanwaltschaft mit. Ob sie aus Spiez oder der Region stammen, mochte Polizeisprecherin Sarah Wahlen aus Persönlichkeitsschutzgründen nicht sagen. Und ebenso wenig, ob es sich dabei um Jungen oder Mädchen handelt. Laut Wahlen ist das Trio, das nach der Befragung wieder auf freien Fuss gesetzt wurde, teilgeständig. Es dürfte sich dereinst vor der Justiz verantworten müssen.

Weitere Ermittlungen zu den Ereignissen sind im Gang. Denn nebst dem Brand wurden im Bereich Strandweg zwischen Bucht und Schattenbedli auch diverse Sitzbänke beschädigt und in den See geworfen. Überdies auch ein Fahrrad, wie vor Ort am beliebten Uferweg zu vernehmen war.

Brunner: «Betrüblich»

Die Spiezer Gemeindepräsidentin Jolanda Brunner nahm am Mittwoch zusammen mit Liegenschafts-Dienstchef Daniel Wyss einen Augenschein am Schadenplatz. Und zeigte sich konsterniert. «Es ist für mich sehr betrüblich, wenn man mutwillig Dinge kaputt macht, an denen andere hängen. Das Schattenbad ist ein lokales Kulturgut, es gehört zu Spiez.» Das Bedli ist im Bauinventar des Kantons als erhaltenswert geführt.

Laut Wyss wurde das Seebad, dessen schattige Lage ihm den Namen gab, 1927 erbaut. Es ist von «historischer und bautypologischer Bedeutung». Wird es wieder aufgebaut werden? «Es ist jetzt zwar noch etwas früh, doch wir werden prüfen, ob wir das Schattenbedli auf die eine oder andere Art wieder aufbauen können», versprach Jolanda Brunner.

Trotz der sinnlosen Zerstörung gewann sie der Situation etwas Positives ab: «Es hätte weitaus schlimmer enden können», befand sie mit Blick auf den nahen Wald und das direkt darüber liegende Bürg-Quartier. Dann beispielsweise, wenn die Feuersbrunst während einer Trockenperiode im Sommer gelegt worden wäre. Nun sei man «mit einem blauen Auge davongekommen». Auch die Gemeindepräsidentin kennt die Identität der drei mutmasslichen Spiezer Brandstifter nicht.

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