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Schallende Ohrfeige und Neuanfang

Redaktor Christoph Buchs über die Wahlen in Grindelwald.

Grindelwald hat gewählt. Erstmals seit 2003 – damals setzte sich Dres Studer gegen zwei Herausforderer durch – gab es wieder eine Kampfwahl um das Präsidium. Emanuel Schläppi hingegen war von 2007 bis 2015 acht Jahre lang Gemeindepräsident, ohne für dieses Amt auch nur eine einzige Stimme erhalten zu haben. Auch Christian Anderegg wurde vor vier Jahren still gewählt.

Diesmal hingegen war es eine echte Wahl. Mit reichlich Zündstoff. Die Stimmbürger sind mit Christian Anderegg unzufrieden. Anders lässt sich nicht erklären, dass ein amtierender Gemeindepräsident bei einer Kampfwahl nur gerade von 16,6 Prozent aller Stimmberechtigten unterstützt wird. Andereggs Amtszeit endet, man kann es nicht anders schreiben, mit einer schallenden Ohrfeige.

Die Zeichen im Gletscherdorf stehen auf Neuanfang. Die Exekutive wird ab 2020 aus zwei Bisherigen und fünf Neuen gebildet. Auch ein Blick auf das Resultat der Gemeinderatswahl lässt aufhorchen. Von der Fünferliste der FDP haben es sämtliche Kandidaten geschafft. Dabei erzielten die beiden Frauen Beatrice Sutter und Christine Minder die besten Resultate, noch vor den bisherigen FDP-Gemeinderäten. Verliererin ist hingegen die SVP; Nur einer ihrer vier Kandidaten wurde gewählt. Frauen mit Spitzenresultaten, die Volkspartei als Verliererin: ein Abbild der nationalen Wahlen vom Oktober und des Frauenstreiks vom Juni? Möglicherweise.

Beat Bucher ist glanzvoll gewählt. Seine Wahl und jene der weiteren Räte bedeuten aber auch eine Verpflichtung. Nach den vergangenen Wochen würde dem politischen Grindelwald etwas Ruhe nicht schaden.

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