Rührendes Lustspiel vor Bauernhaus

Diemtigen

Bald ist Premiere für das neue Stück der Schattsitekomedi Diemtigtal. Das Freilichttheater «Aberot» präsentiert witzige, aber auch nachdenkliche Szenen.

Auf ihrer Reise nach Italien unterhalten sich der Grossvater (2. von rechts) und Lisa (vorne links) mit einem mitreisenden Ehepaar.

Auf ihrer Reise nach Italien unterhalten sich der Grossvater (2. von rechts) und Lisa (vorne links) mit einem mitreisenden Ehepaar.

Geschrieben hat «Aberot» Manfred Stucki, es ist nicht sein erstes Werk. Diesmal lässt er die Schattsitekomedi Diemtigtal eine Familiengeschichte aus dem Diemtigtal aufführen. Der Grossvater, der beim Sohn und der Schwiegertochter wohnt, wird zum Problem und der Umzug ins Altersheim nötig.

Die gute Beziehung zwischen dem Grossvater und seiner Enkelin macht es möglich, dass für den Grossvater noch ein langersehnter Traum in Erfüllung geht. Was die Familie, und im Besonderen der Grossvater und die Enkelin alles erleben, wird die Zuschauer mal zum Lachen und mal zum Nachdenken bringen.

Stucki setzt auf eher kurze Dialoge und erwartet, dass die Schauspieler mit ihrem Spiel die Gefühle sichtbar machen, sodass der Funke zum Publikum hinüberspringt. Zusammen mit seiner Tochter Caroline von Dach-Stucki führt Stucki auch Regie. «Ich lasse sie meist machen, sie macht das gut», sagt Manfred Stucki zur gemeinsamen Regie.

Autor spielt Hauptrolle

Tatsächlich ist es am Probenwochenende Caroline von Dach, die die Fäden in den Händen hält und ihre klaren Vorstellungen mit dem Team umsetzt. Etwas anderes wäre auch nicht möglich, da der Autor die männliche Hauptrolle gleich selber spielt. Manfred Stucki macht das so gut, dass jeder, der es nicht besser weiss, denkt, der Mann sei tatsächlich bereits 80-jährig.

Neben ihm spielt seine Enkelin. im Stück heisst sie Lisa und ist 13-jährig, die wichtigste weibliche Rolle. Die beiden pflegen eine innige Beziehung, und mancher Dialog zwischen Grossvater und Kind berührt, ja geht unter die Haut.

Das Stück braucht viele Schauspieler, 17 Erwachsene und 9 Kinder. Jeder Spieler, jede Spielerin verkörpert die zugedachte Rolle authentisch. «Wir haben viel Zeit und Sorgfalt auf die Suche nach der richtigen Person aufgewendet», sagt Stucki. «Die Leute müssen unbedingt zu den Rollen passen. Als ein Schauspieler durch einen andern ersetzt werden musste, habe ich den Text angepasst, sonst würde es niemals echt wirken.»

Erstmals tritt die Schattsitekomedi nicht im Rotbad auf, sondern auf dem Hof von Manfred Stucki in Bächlen, oberhalb von Oey.

Neuer Spielort

Das gepflegte Bauernhaus eignet sich gut als Bühnenbild und sorgt schon vor Spielbeginn für angenehme Stimmung. Wenn er «dängelet», wenn er die Blumen der Schwiegertochter mäht oder die Hühner auslässt, die die ganze Familie dann wieder in den Stall treiben hilft, stimmt jedes Detail.

Die Kulisse eignet sich aber auch als Schulzimmer oder als Aufenthaltsraum im Altersheim. In der seitlich angeordneten Boutique können vertrauliche Gespräche stattfinden, und so hat jede Handlung und jeder Dialog immer den richtigen Rahmen.

Das Lustspiel ist so spannend aufgebaut, dass man nach jeder Szene unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Auf die Zuschauer wartet ein unterhaltsamer, aber auch besinnlicher Abend, der sich eines aktuellen Themas annimmt.

«Aberot» wird an folgenden Daten aufgeführt: 10., 12., 13., 16., 18., 19., 20., 25., 26., 27., 28., 30., 31. Juli und 2., 3., August. Kassenöffnung 18 Uhr, Spielbeginn 20.30 Uhr. Reservation erforderlich Tel 033 681 26 06 (Naturpark Diemtigtal). Theaterrestaurant beim Spielgelände. Die Anfahrt ist via Horboden signalisiert. Die Tribüne ist gedeckt, bei zweifelhafter Witterung gibt Telefon 1600, Rubrik 5 Auskunft. www.schattsitekomedi.ch

Berner Oberländer

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